Edelmetalle
Minenbetreiber geraten unter Druck

Die Finanzkrise trifft die südafrikanischen Platin- und Goldförderer überproportional. Angesichts des kräftigen Preisrückgangs bei den Edelmetallen ist die Förderung oft nicht mehr rentabel. Jetzt drohen Engpässe.

KAPSTADT/DÜSSELDORF. Die Finanzkrise trifft die südafrikanischen Platin- und Goldförderer überproportional. Die Aktienkurse notieren trotz der jüngsten Kursgewinne nahe mehrjährigen Tiefständen. Die Aussichten für die Edelmetallproduzenten haben sich zumindest kurzfristig eingetrübt, erst mittelfristig zeichnet sich eine Besserung ab.

Die Aktien von Gesellschaften wie Anglogold Ashanti (Gold) oder Impala Platinum sind bis zur Jahresmitte stark gestiegen, stürzten dann aber noch schneller ab. Die Einbußen betragen im Schnitt 70 Prozent bei den Platinproduzenten und fast 50 Prozent bei den Goldförderern. Dies überrascht umso mehr, als etwa der Goldpreis mit rund 20 Prozent weit weniger stark nachgegeben hat.

Die Aktienkurse folgten dem Absturz der jeweiligen Rohstoffe. Der Goldpreis hat allein im Oktober über 150 Dollar verloren. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) kostet rund 730 Dollar. Noch im März war Gold bis auf gut 1 030 Dollar geklettert. Platin büßte sogar noch stärker ein: Vom dem Rekordhoch bei fast 2 300 Dollar sind nur gut 830 Dollar übrig. Eine profitable Förderung wird auf diesen Niveaus immer schwieriger. Der Großproduzent Anglogold Ashanti etwa sagte vor kurzem, dass er für eine rentable Förderung auf einen Goldpreis von über 1 000 Dollar angewiesen sei. Auch andere Konzerne geraten mit Förderkosten von 800 Dollar in die Bredouille.

Der anfängliche Preisanstieg der Edelmetalle hat dafür gesorgt, dass der immer stärkere Kostendruck bei vielen Förderern von Anlegern und Analysten weitgehend ignoriert worden ist. In Südafrika schlagen neben den höheren Preisen für Stahl, Benzin, Chemikalien und Sprengstoff eine Stromkrise und steigende Abgaben an den Staat zu Buche. Einen Lichtblick gibt es für die Unternehmen jedoch: Zum einen scheinen sich die Preise für die geförderten Metalle nun auf niedrigem Niveau zu stabilisieren, zum anderen sinken die Kosten wegen der ebenfalls rückläufigen Preise für Stahl und Diesel.

Anglogold Ashanti, weltweit drittgrößter Goldproduzent, führt seinen Verlust im dritten Quartal auf die hohen Kosten zurück. Die Gesellschaft hat 247 Mio. Rand verloren, das sind umgerechnet etwa 19,6 Mio. Euro. "In den nächsten paar Monaten müssen wir alle vorsichtig sein", sagte Anglogold-Chef Mark Cutifani der Nachrichtenagentur Bloomberg. Gold Fields, Afrikas zweitgrößter Produzent, hatte bereits zuvor einen Ertragsrückgang um 91 Prozent auf 39 Mio. Rand im Quartal gemeldet.

Die Hoffnungen ruhen nun auf wieder steigenden Preisen. Doch James Steel, Analyst bei HSBC Securities, hat beispielsweise soeben seine Prognosen gesenkt. Für 2008 und 2009 rechnet er nun mit durchschnittlichen Preisen von 870 (zuvor 915) und 800 (850) Dollar je Unze. "Die Unsicherheit an den Finanzmärkten und die starke Münzennachfrage unterstützten den Preis 2009", erwartet Steel. Ohne Inflation würden die Aufschläge aber begrenzt. Bei Platin rechnet er nun mit 1 650 (2 100) und 1 300 (1 850) Dollar je Unze. Die einbrechende Autonachfrage und die Liquidation von Anlegergeldern haben laut Steel schwer an den Platinmetallen gezehrt. Die Automobilbranche nimmt mehr als die Hälfte allen Platins zur Herstellung von Katalysatoren ab.

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