Eigenmarken sollen stärker werden
Kakaoproduzent Barry Callebaut leidet an Tafelschokolade

Barry Callebaut, dem weltweit größten Kakao- und Schokoladeproduzenten, machen in Deutschland Profitabilitätsprobleme beim Einstieg ins Tafelschokoladegeschäft zu schaffen. Nun will der Konzern die Ertragskraft weiter steigern.

HB ZÜRICH. Barry Callebaut hat nach einem schwachen dritten Quartal zum Schluss des Geschäftsjahrs 2003/04 noch die Kurve genommen und insgesamt ein zweistelliges Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt.

Im Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 steigerte Barry Callebaut nach Angaben vom Mittwoch den Gewinn um zwölf Prozent auf 115,6 Millionen sfr, wobei auch eine niedrigere Steuerquote half. Der Umsatz übertraf 2003/04 dank Zukäufen erstmals die Marke von vier Milliarden sfr und stieg um 13,4 Prozent auf 4,049 Milliarden sfr. Bei der Rentabilität machte dem Konzern allerdings die Entwicklung bei Verbraucherprodukten in Europa, speziell in Deutschland zu schaffen.

Im Gegensatz zu anderen Geschäftsbereichen schnitt die Entwicklung des Betriebsgewinns hier „nicht befriedigend“ ab. Grund ist der verstärkte Griff deutscher Verbraucher zu billiger Supermarkt-Schokolade. Zwar stellte Barry Callebaut solche No-Name-Produkte für grosse deutsche Ketten her. Aber Preisverhandlungen mit grossen deutschen Handelsgiganten haben es offenbar in sich und der Schweizer Konzern verdiente damit kaum Geld. Nun sollen unrentable Verträge mit Handelsfirmen nachverhandelt und notfalls auch gekündigt werden. „Wir sind bereit, ein Volumen von bis zu 10 000 Tonnen zu opfern,“ so De Maeseneire. Dies entspräche etwa acht Prozent des Bereichsumsatzes.

Der Konzern will jedoch auch seine Eigenmarken in Deutschland stärken. Die 2002 mit dem Zukauf von Stollwerck erworbenen Marken wie Sprengel oder Alpia sollen bis 2005/06 unter dem Sarotti-Label zusammengefasst und von einem Gesamtumsatz von 40 auf rund 100 Millionen Euro ausgebaut werden.

Weltweit sieht der Konzern für die kommenden drei Geschäftsjahre ein jährliches Gewinnwachstum von zwölf bis 15 Prozent und ein EBIT-Wachstum von rund zehn Prozent. „In den ersten zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnten wir in allen Geschäftsbereichen ein sehr gutes organisches Volumenwachstum verzeichnen“, so CEO Patrick De Maeseneire.

Nach den Unruhen in der Elfenbeinküste, mit einem Anteil von über 40 Prozent der weltweit grösste Kakaoproduzent, sind die dortigen drei Fabriken von Barry Callebaut seit vergangenem Sonntag geschlossen, da die Arbeiter nicht in die Werke transportiert werden könnten. Eine Fabrik solle jedoch am Mittwoch wieder in Betrieb gehen. Barry Callebaut sei zuversichtlich, den vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Kunden im Schokoladenbereich nachkommen zu können, hiess es. Einkauf wie auch Produktion seien schon in den vergangenen Jahren verstärkt in andere Staaten wie Ghana, die Nummer zwei unter den Kakaoproduzenten, verlagert worden.

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