Eigenständigkeit wichtig
Conti-Chef ist offen für Finanzinvestoren

Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch eines Finanzinvestors will sich der Autozulieferer Continental einer Beteiligung von Private-Equity-Fonds nicht grundsätzlich verschließen. Der Dax-Konzern pocht aber auf seine Eigenständigkeit.

HB PARIS. „Für uns ist wichtig, dass wir unsere Strategie fortsetzen können, dass die Gruppe bleibt wie sie ist, und dass wir weiter investieren können“, sagte Konzernchef Manfred Wennemer am Mittwoch in Paris. Continental wolle auch künftig in der Konsolidierung der Zulieferindustrie eine wichtige Rolle spielen. „Wir wollen nicht für drei, vier Jahre aus dem Spiel genommen werden“, betonte Wennemer im Vorfeld des Pariser Autosalons.

Die Conitental-Aktie lag über drei Prozent im Plus auf 90,76 Euro.

Ein Private-Equity-Investor hatte jüngst Kontakt zu Conti aufgenommen, war aber mit dem Versuch einer Übernahme aber abgeblitzt. Die angewendete Abwehrstrategie wollte Wennemer nicht enthüllen. Er sagte lediglich, die Gespräche seien in gegenseitigem Einvernehmen beendet worden. Eine Zerschlagung von Conti habe der Investor nicht vorgehabt.

Finanzkreisen zufolge soll der US-Finanzinvestor Bain Capital hinter dem gescheiterten Einstiegsversuch stehen. Wäre er zum Zuge gekommen, wäre erstmals ein Konzern aus dem Dax von einem Private-Equity-Fonds übernommen worden. Schon seit Monaten wird darüber spekuliert, dass ein Finanzinvestor bei einem Unternehmen aus der obersten deutschen Börsenliga zugreifen könnte. Auch MAN und TUI waren in der Vergangenheit als mögliche Ziele genannt worden.

Größter Eigner von Continental ist der französische Versicherer Axa mit zehn Prozent der Anteile. Die amerikanische Capital Group hält 5,1 Prozent, Barclays 4,5 Prozent. Der Rest der Conti-Aktien ist breit gestreut, was das Unternehmen anfällig für Übernahmen macht.

Wennemer bekräftigte abermals die Gewinnprognose für das laufende Jahr. „Ich bin 100 Prozent sicher, dass das operative Ebit 2006 höher sein wird als das operative Ebit von 2005 - ohne Sondereffekte.“ Restrukturierungskosten für die jüngst von Motorola übernommene Autoelektroniksparte könnten das Konzernergebnis belasten. Conti hat mehrfach angekündigt, der Konzern werde in diesem Jahr besser abschneiden als im Rekordjahr 2005. Im vergangenen Jahr belief sich der Umsatz auf 13,8 Mrd. Euro und das operative Ergebnis (Ebit) auf 1,5 Mrd. Euro.

Für 2007 zeigte sich Wennemer zuversichtlich, das operative Ergebnis dank sinkender Rohstoffkosten weiter steigern zu können. „Das Unternehmen wächst und wir sollten in der Lage sein, unser Ebit zu steigern."

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