Eigner und Management halten am Unternehmen fest
Stada steht scheinbar nicht zum Verkauf

Obgleich der Generika-Hersteller Stada als heißer Übernahmekandidat gehandelt wird, geben sich Management und Eigner kühl. Nach Informationen aus Banken- und Branchenkreisen sind sie derzeit nicht beriet, das Unternehmen zu verkaufen.

HB FRANKFURT. „Das Management will nicht verkaufen“, sagte ein Investmentbanker, der auf Generika-Firmen spezialisiert ist, am Dienstag. Das Management sei besorgt darüber, dass es in einem größeren Konzern nur eine begrenzte Rolle spielen werde. Ein Stada-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

Am Dienstag büßte die im Nebenwerteindex MDax notierte Stada-Aktie zwei Prozent auf 28,75 Euro ein. Im Juni hatte die Aktie deutliche Kurssprünge verzeichnet, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, dass ein Angebot des israelischen Generika-Konzerns Teva für Stada vorliege. Teva wolle bis zu 36 Euro je Aktie zahlen, womit Stada mit zwei Milliarden Euro bewertet worden wäre.

Stada gilt als attraktivstes Übernahmeziel im deutschen Generikamarkt. Beim Konkurrenten Ratiopharm macht die Familienstruktur eine Übernahme schwierig. Rund die Hälfte des Stada-Kapitals ist im Besitz von institutionellen Investoren, etwa 20 Prozent liegen in den Händen von Ärzten und Apothekern.

„Einige andere Unternehmen haben in der Vergangenheit mit Stada gesprochen, und es ist kein Deal zustande gekommen,“ sagte der Investmentbanker weiter.

In Finanzkreisen hieß es, Stada habe sich zwar bei Banken Rat eingeholt. Es sei aber momentan unwahrscheinlich, dass es zu einem Verkauf komme. „Sie hatten eine Reihe von Gesprächen, aber gegenwärtig scheint es so auszusehen, als ob sie mit dem, was sie derzeit machen, glücklich sind“, sagte ein Finanzexperte.

Stada-Chef Hartmut Retzlaff hatte wiederholt erklärt, sein Unternehmen habe es nicht nötig, übernommen zu werden. Gleichwohl betonte Retzlaff - zuletzt auf der Hauptversammlung Mitte Juni - eine Offerte würde ohne Vorbehalte geprüft. Dafür sei die Bewertung des bayerischen Generikaherstellers Hexal bei der Übernahme durch den Schweizer Pharmariesen Novartis eine Messlatte. Novartis hatte für Hexal und die mit Hexal verbundene US-Firma Eon Labs mehr als das Dreifache des Jahresumsatzes der beiden gezahlt.

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