Elektroautos
Fisker träumt den Porsche-Traum – nur in grün

So schön wie Ferrari, so schnell wie BMW, so innovativ wie Porsche - die eigene Messlatte von Fisker liegt hoch. Der kleine Autobauer aus Kalifornien will mit Plug-in-Hybriden nicht nur andere Newcomer wie Tesla, sondern auch die etablierte Konkurrenz herausfordern und nebenbei noch ein neues Marktsegment begründen. Fiskers Pläne sind ambitioniert. Der Countdown läuft.
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PARIS. Lasziv räkelt sich die junge Blondine im Sonnenlicht auf dem Autodach, die Lippen genauso knallrot wie der Badeanzug, den Mund leicht wie zu einem Seufzen geöffnet, die langen Beine mit den schwarzen High-Heels übereinandergeschlagen. Sexy, schön, aufregend soll diese Werbung sein, so wie das Auto, der Karma, so wie die Marke, der amerikanische Automobilhersteller Fisker - und dies, obwohl Fisker im Grunde ein vernünftiges Auto anbieten will, einen umweltfreundlichen Plug-in-Hybriden.

Ein Hybrid wie der Karma ist ein Auto mit zwei Antrieben unter der Karosserie: einem batteriebetriebenen Elektro- und einem klassischen Benzinmotor - letzterer sorgt im Vergleich zu reinen Elektroautos für ein dickes Plus an Reichweite. Und Plug-in ist der Karma deshalb, weil die Batterien auch über die Steckdose aufgeladen werden können. An sich ein rundum vernünftiges Konzept - das bei Fisker aber eben auch noch sexy sein muss.

In keinem Fall soll der Karma, das erste Auto des erst 2007 gegründeten Unternehmens, etwa an den Prius erinnern, den erfolgreichen Hybrid-Wagen von Toyota. Tut der Karma auch nicht, das Auto hat von der Karosserie her eher Ähnlichkeiten mit Sportlimousinen von Maserati als mit Ökoautos. Das gilt auch für den Preis in Höhe von etwa 89.000 Dollar und die Fahrleistungen: Der Karma beschleunigt in 5,9 von 0 auf 100 Stundenkilometer. Der Karma soll umweltfreundlich, aber Premium sein. Mehr Porsche als Toyota. Für Firmengründer Henrik Fisker ist genau das der springende Punkt.

"Warum soll ein umweltbewusster Mensch nicht sexy sein? "Grün" kann sexy sein. Nur weil man sich um seine Umwelt kümmert, muss man kein Langweiler sein und ein kleines, hässliches Auto fahren", sagt Fisker im Gespräch mit Handelsblatt Online auf dem Automobilsalon in Paris. "Vielleicht werden bald all diejenigen enttäuscht sein, die immer dachten, Umweltschutz bedeutet Verzicht. Denn mit dem Karma muss man auf gar nichts verzichten. Er ist schnell, er ist sexy und sieht gut aus."

Das muss der Karma auch. Vor drei Jahren war Fisker neben anderen Start-ups wie Tesla als Anbieter von besonders umweltfreundlichen Autos mit reinem Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb recht allein auf weiter Flur. Die etablierten Hersteller sahen dagegen richtig alt aus: Da eine kleine Neugründung wie Fisker mit einem richtig schicken Sportwagen mit Zukunftsantrieb unter der Haube, dort die drei großen Drei von Detroit mit ihren klobigen Pick-ups und dicken Benzinmotoren. Fisker gehörte zur Zukunft der Autobranche, General Motors zur Vergangenheit. So einfach war das - auch wenn Fisker bis heute noch keinen fahrbaren Karma vorgestellt hat, sondern bislang nur schöne Showcars aus der Feder eines anerkannten Designers: Henrik Fisker. Mit dem Aston Martin V8 Vantage oder dem BMW Z8 Roadster hat Fisker bewiesen, dass er aufregende Autos mit Sexappeal zeichnen kann.

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