Elektrokonzene
Sharp stößt nach Europa vor

Der japanische Elektrokonzen Sharp will schon in wenigen Jahren in Italien Solarzellen produzieren und greift damit die deutschen Hersteller wie Q-Cells auf dem Heimatmarkt in der EU an. Sharp wird dazu mit dem italienischen Kraftwerksausrüster Enel in einem Gemeinschaftsunternehmen kooperieren.

TOKIO. Die Investitionssumme wird 100 Mrd. Yen (gut 800 Mio. Euro) betragen. Baubeginn für die Fabrik sei für das kommende Jahr vorgesehen, Produktionsbeginn werde 2010 sein, teilte Sharp am Donnerstag in Tokio mit. Das European Renewable Energy Council schätzt, dass der Absatz von Solarzellen bis 2040 jährlich um 50 Prozent wächst. Weltgrößter Absatzmarkt ist die EU mit ihren zahlreichen nationalen Förderprogrammen für erneuerbare Energiequellen.

Japans Solarindustrie arbeitet derzeit an einem Comeback, nachdem die Deutschen und Chinesen sie von den ersten Plätzen der jährlichen Herstellungsleistung verdrängt haben. Mit einem Marktanteil knapp über zehn Prozent war im vergangenen Jahr Q-Cells aus Thalheim Weltmarktführer. Der sachsen-anhaltinische Photovoltaikspezialist konnte vor allem durch seine kluge Einkaufspolitik für den Rohstoff Silizium punkten. Ganz knapp hinter Q-Cells kommt auf Platz zwei der ehmalige Weltmarktführer Sharp.

Das Unternehmen mit Sitz in Osaka fand es bisher unfair, dass der Staat die deutsche Solarindustrie durch üppige Förderung der Stromeinspeisung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gepäppelt hat. Jetzt profitieren die Japaner auf dem Binnenmarkt selbst von der Förderung in Deutschland, Italien oder Spanien. Das Stottern der Wirtschaft in Europa sieht das Unternehmen angesichts der langfristigen Trends in der Klimapolitik nicht als Problem, hieß es aus Firmenkreisen. Durch Produktion vor Ort umgeht das Unternehmen auch Währungsrisiken. Der japanische Yen war zuletzt stark gestiegen.

Enel und Sharp betreiben bereits ein Solarkraftwerk auf Basis von japanischer Technik gemeinsam. Sharp will in Europa Dünnschicht-Solarzellen produzieren, die das Problem der Siliziumknappheit weitgehend ausschalten: sie brauchen nur noch ein Prozent des wertvollen Rohstoffs. Der branchenweite Absturz des Halbleiterindustrie tut derzeit sein übriges, um die Preise für Solarzellen sinken zu lassen und somit die Marktausweitung trotz Wirtschaftskrise zu beschleunigen. Der Branchendienst PVNews rechnet auch im laufenden und kommenden Jahr mit deutlichem Wachstum der Photovoltaikbranche.

Der Ausstoß in den neuen Werk in Italien soll zunächst bei einem Energieäquivalent von 189 Megawatt liegen. Die beiden Partner wollen die Produktion in den kommenden Jahren dann auf 1000 Megawatt hochfahren, hieß es aus Firmenquellen. Das übertrifft würde den bisherigen Ausstoß von Sharp auf japanischen Boden übertreffen. Die Ankündigung des neuen Projekts kommt nur wenige Wochen, nachdem der Elektrokonzern Panasonic die Absicht zur Übernahme des Konkurrenten Sanyo ankündigte - nicht zuletzt, um die Hand auf dessen Know-how in der Solartechnik zu legen.

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