Elektronikkonzern
Gewinnrückgang macht Philips zu schaffen

Schwere Zeit für den niederländischen Elektronikkonzern Philips: Das Geschäftsergebnis ist im vierten Quartal überraschend stark zurückgegangen. Das Unternehmen geht von einem Minus von 17 Prozent aus.
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AmsterdamSchwächere Geschäfte haben dem niederländischen Elektronikkonzern Philips zum Jahresende einen unerwartet starken Gewinnrückgang eingebrockt.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) sei im vierten Quartal 2014 nach vorläufigen Zahlen wohl um rund 17 Prozent zum Vorjahr auf 735 Millionen Euro gefallen, teilte der Siemens -Rivale am Dienstag mit.

Hintergrund sei eine anhaltende Nachfrageschwäche in einigen Märkten und negative Wechselkurseffekte in Schwellenländern. Bereits im dritten Quartal hatte eine Geschäftsflaute in Russland und China den Konzern belastet. Branchenexperten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 795 Millionen Euro gerechnet.

Auch die Probleme mit einem Medizintechnik-Werk in den USA hätten das Ergebnis stärker als zunächst angenommen beeinträchtigt, erklärte Philips. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte die Anlage nach einer Inspektion für eine längere Zeit geschlossen.

Inzwischen laufe die Produktion aber wieder. Der überraschend deutliche Gewinnrückgang verschreckte die Anleger: Die Aktie gab mehr als zwei Prozent nach. Philips befindet sich in einem radikalen Konzernumbau.

Ein Großteil des Elektronikbereichs wie das Fernseher-Geschäft wurde wegen der kostengünstigeren Konkurrenz aus Asien verkauft, zahlreiche Stellen fielen weg. Auch die Lichttechnik wird abgestoßen. Philips konzentriert sich nun auf Medizintechnik und Haushaltsgeräte wie Rasierer oder elektrische Zahnbürsten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Liebes Handelsblatt! Von einem "Siemens-Rivalen" kann man bei Philips nun wirklich nicht mehr sprechen. Das war einmal. Philips zeigt das Bild eines einst ehrwuerdigen, breit aufgestellten Elektronikkonzerns, der vorwiegend durch Managementfehler Stueck fuer Stueck herabgewirtschaftet wurde. In mehr als 20 Jahren wurden fast alle Teile des Konzerns verkauft oder stillgelegt. Bald ist nur noch die Medizintechnik uebrig, die man uebrigens in den 90'er Jahren auch schon einmal verkaufen wollte. Es wird nicht lange dauern, bis auch das letzte Tafelsilber, Elektrorasierer und Kaffeemaschinen, zu Geld gemacht ist.

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