Elektronikkonzerne
Panasonic kauft Sanyo

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic steht Medienberichten zufolge vor einer Übernahme des Konkurrenten Sanyo. Beide Unternehmenschefs hätten eine weitgehende Einigung über die Bedingungen der Fusion erzielt,

TOKIO. Das Management beider Unternehmen sei sich über die Details weitgehend einig, beritchtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Das kleinere Unternehmen gehört derzeit Finanzinvestoren, die derzeit Investitionen aller Art zu Geld machen müssen. Zudem hat Panasonic reichlich Kapital auf der Hand, während Sanyo nach dem dramatischen Absturz der Tokioter Börse billig zu haben ist.

Mit einem Einstieg bei Sanyo würde Panasonic seine Hand auch auf die hoch entwickelte Solarsparte des Unternehmens legen. Das Unternehmen würde so zu einem wichtigen Konkurrenten für deutsche Anbieter wie Q-Cells werden. Sanyo hatte zuletzt im Solargeschäft gegen deutsche und chinesische Konkurrenz an Boden verloren - unter anderem wegen schwacher Investitionen. Mit Panasonic träte jedoch ein finanzstarker Partner in die Gleichung.

Beide Unternehmen stellen zudem Lithium-Ionen-Akkurs her, Sanyo ist hier sogar Marktführer. In der Batterietechnik halten beide Firmen Patente für Schlüsselprodukte für alle künftigen Elektrogeräte vom Auto bis zum Handy – an eine Sanyo-Panasonic käme die Konkurrenz kaum vorbei. In den Sparten für Haushaltsgeräte und Digitalkameras ließen sich gemeinsam Einsparmöglichkeiten nutzen. Die Übernahme könnte bis Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2009 abgeschlossen sein.

Mit einem Umsatz von knapp 90 Mrd. Euro (elf Bill. Yen) wäre der fusionierte Konzern größer als Siemens, Hewlett-Packard oder Samsung. Unter den Elektrounternehmen wäre nur General Electrics größer. Das US-Unternehmen engagiert sich als Mischkonzern jedoch auch in Geschäftsbereichen wie Kraftwerksbau oder Finanzen. Auch im Vergleich mit anderen Branchen wäre eine Panasonic-Sanyo sehr groß. Es überträfe Arcelor-Mittal und wäre – nach aktuellem Wechselkurs – nur zehn Prozent kleiner als Daimler.

Sanyo gehört derzeit Goldman Sachs, der Großbank Sumitomo Mitsui und dem Anlagehaus Daiwa. Das Unternehmen gilt seit vier Jahren als Sorgenkind der japanischen Elektrobranche. Damals wurde die wichtigste Halbleiterfabrik des Unternehmens bei einem Erdbeben zerstört, die Chipsparte schrieb tiefrote Zahlen.

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