Ende des Streiks in Sicht
Streikende VW-ler in Brüssel lassen sich besänftigen

Im Streit um den von Volkswagen im Brüsseler Werk geplanten Stellenabbau ist ein Ende des seit Wochen andauernden Streiks in Sicht. Die Verhandlungspartner haben sich auf eine sehr klassische Lösung geeinigt.

HB BRÜSSEL/HAMBURG. Arbeitnehmer und Geschäftsleitung einigten sich nach wochenlangen Verhandlungen in der Nacht zum Donnerstag auf eine Vorruhestandsregelung. Der Kompromiss sehe vor, dass Mitarbeiter im Alter über 50 Jahren bis zu 80 Prozent ihres letzten Nettogehalts erhalten könnten, sagte ein VW-Sprecher in Brüssel. Die Altersteilzeitlösung werde vom belgischen Staat finanziell unterstützt. Insgesamt 900 VW-Beschäftigte könnten von der neuen Regelung Gebrauch machen.

Die Gewerkschaft sprach von Fortschritten, die in den Verhandlungen über einen Restrukturierungsplan erzielt worden seien. Eine Vereinbarung sei möglich, wenn der Betriebsrat das Verhandlungsergebnis annehme, sagte eine Sprecherin in Brüssel. Anfang Januar solle der Kompromiss der Belegschaft zur Abstimmung gestellt werden. Bei einer Zustimmung könne der seit Wochen andauernde Streik in dem Werk beendet werden.

Der belgische Staat, der dem Kompromiss zustimmen muss, hatte die Arbeitnehmervertretung und das Management davor gewarnt, er werde keine Altersteilzeitregelung akzeptieren, in die Beschäftigte unter 50 Jahren einbezogen würden.

Das von Volkswagen aufgelegte Abfindungsprogramm haben nach Unternehmensangaben bislang 2000 Beschäftigte angenommen. VW bietet Mitarbeitern je nach Betriebszugehörigkeit zwischen 25 000 und 144 000 Euro an, wenn sie das Unternehmen freiwillig verlassen.

Volkswagen zieht die Produktion des Golf aus Brüssel ab und will das wichtige Modell künftig nur noch im Stammwerk in Wolfsburg sowie im sächsischen Mosel fertigen lassen. Dadurch fallen 3200 der bislang insgesamt 5400 Arbeitsplätze in Brüssel weg. Künftig sollen nur noch bis zu 2200 Beschäftigte den VW-Polo, eine kleine Zahl Golf sowie ein bisher nicht näher bestimmtes weiteres Modell an dem Standort produzieren. Insgesamt soll die Fertigung durch den weitgehenden Abzug des Golf im nächsten Jahr auf 84 000 von ursprünglich für 2006 geplanten 193 000 Fahrzeugen gesenkt werden. Ab 2009 soll an dem Standort ein neuer Kleinwagen der Marke Audi gebaut werden. Dies würde Beschäftigung für bis zu 3000 Menschen sichern.

Die VW-Aktie notierte am Nachmittag mit 85,78 Euro leicht im Plus.

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