Energie
Drei Neue für Aufsichtsrat von Eon

Der Energieversorger hat große Pläne für das Aktionärstreffen Ende April: Eon will von Inhaber- auf Namensaktien umstellen und eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln vornehmen. Dazu soll der Aufsichtsrat verjüngt werden und internationaler werden.

DÜSSELDORF. Der Aufsichtsrat des Energieversorgers Eon wird internationaler und jünger. Dies geht aus der Einladung zum Aktionärstreffen am 30. April hervor. Weitere wichtigste Tagesordnungspunkte sind: Die Umstellung von Inhaber- auf Namensaktien sowie eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln, die mit einem Aktiensplit verbunden ist.

Drei der zehn Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen auf der Hauptversammlung ersetzt werden. Erstmals zur Wahl stellt sich Bård Mikkelsen, 59, Chef des norwegischen Energiekonzerns Statkraft. Eon und Statkraft hatten sich kürzlich auf einen Beteiligungstausch im Wert von vier Mrd. Euro geeinigt. Dadurch werden die Düsseldorfer Alleineigentümer der schwedischen Tochter Eon Sverige. Im Gegenzug erhält Statkraft neben einigen Kraftwerken zwei Prozent der Eon -Aktien.

Mit der ehemaligen Shell -Managerin Karen de Segundo, 62, holt sich Eon eine Expertin für die stark wachsende Sparte Erneuerbare Energien ins Kontrollgremium. Die in Holland geborene Juristin war bei dem Ölkonzern für grüne Energien zuständig. Der dritte Neue im Eon -Aufsichtsrat ist Bayer -Chef Werner Wenning. Daneben sitzt der 61-Jährige bereits in den Kontrollgremien von Henkel und Evonik. Die neuen Aufsichtsräte werden für fünf Jahre gewählt.

Ausscheiden werden drei graue Eminenzen, die einst zu den zentralen Figuren der alten Deutschland AG gehörten: Rolf Breuer, 70, der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Karl-Hermann Baumann, 72, ehemaliger Finanzvorstand und späterer Aufsichtsratschef von Siemens sowie der ehemalige Ruhrgas-Chef und spätere Aufsichtsvorsitzende von VW, Klaus Liesen. Liesen wird im April 77 Jahre alt. Vorsitzender des Kontrollgremiums soll der frühere Eon -Vorstandsvorsitzende Ulrich Hartmann bleiben. Der 69-Jährige leitet den Eon -Aufsichtsrat seit dem Jahr 2003.

Analysten haben den Aktiensplit erwartet. Bei Präsentationen hatte Eon einen solchen Schritt bereits angedeutet. Mit einem aktuellen Kurs von 125 Euro ist die Eon -Aktie - abso1ut betrachtet - nach VW der zweitteuerste Dax-Wert. Bei einem Aktiensplit steigt zwar die Gesamtzahl der Aktien, jedoch sinkt der Preis jedes einzelnen Wertpapieres umso stärker, wie sich die Aktienzahl erhöht. Damit würde Eon auch für Kleinanleger interessanter. "Geschadet hat so etwas noch nie, aber es hat oft genützt", sagte Analyst Theo Kitz von Merck Finck in München. Durch die Umstellung auf Inhaber- auf Namensaktien weiß Eon künftig, wer an dem Unternehmen beteiligt ist.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Redakteur
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