Energiegipfel
Deutschland sucht den Superstrom

Die Kanzlerin lädt zum Energiegipfel. Das größte Problem sind aber Deutschlands Stromnetze. Sie für den Energiemix der Zukunft tauglich zu machen, kostet Milliarden. Doch Geld ist bei weitem nicht der einzige Engpass.
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DüsseldorfEon-Chef Johannes Teyssen nahm kein Blatt vor den Mund. "Wenn wir jetzt so viele Reaktoren abschalten, wissen wir nicht, ob dass das Netz aushält", sagte er wenige Tage nach dem Reaktorunglück von Fukushima. Acht Kernkraftwerke waren es zunächst, im Mai sind es wahrscheinlich 13. Der Markt sei dann nicht mehr derselbe wie zuvor. Das könne gut gehen, aber der Zustand des Netzes sei definitiv kritischer. Das hat sein Unternehmen auch dem Bundeswirtschaftsministerium mitgeteilt.

Die Energiewende in Deutschland ist eingeleitet. Die Kernenergie hat keine Zukunft mehr - zumindest keine lange mehr. Und die erneuerbaren Energien werden ausgebaut. Die Energiewende stellt aber große Herausforderungen an die Stromnetze. Sie müssen aus- und umgebaut werden: Darin sind sich Energiemanager, Politiker und Wissenschaftler einig. Ansonsten droht tatsächlich dass, wovon Teyssen warnt: Ein Blackout.

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) sieht allein bei den Übertragungsnetzen, den großen Stromtrassen, bis 2020 einen Bedarf von 3600 zusätzlichen Kilometern. Strom wird künftig schließlich über weite Strecken transportiert werden müssen. Geschätzte Kosten: rund zehn Milliarden Euro.

Die Kernkraftwerke, die abgeschaltet werden, stehen überwiegend verbrauchsnah, in der Nähe von Ballungsräumen oder industriellen Großabnehmern. Jetzt setzt die Bundesregierung auf große Offshore-Windparks vor den Küsten in Nord- und Ostsee. Der Strom wird also verstärkt im Norden transportiert und muss mit zusätzlichen Leitungen in den Süden abtransportiert werden.

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  • Unter
    http://www.transparency.eex.com/de/
    kann sich jeder Interessierte ein Bild von der aktuellen Stromerzeugung in D machen. Heute hat der Wind bisher keinen Beitrag zur Stromerzeugung geleistet, von 60 GW Bedarf kamen in der Spitze bisher rund 8 GW aus PV-Anlagen. Installiert sind in Wind und Sonne rund 40 GW. Wollte man die Hälfte dieser Leistung (20 GW) für einen Tag (24h) speichern, müsste ein Speichervolumen für 480 GWh vorhanden sein. Das größte Pumpspeicherkraftwerk in D und eines der größten in Europa ist Goldisthal mit einem Arbeitsvermögen von rund 8,5 GWh. Den Rest kann jeder selbst ausrechnen und auch die Rechnung für den Rest der Woche vornehmen. Die Baukosten für Goldisthal mit Netzanbindung dürften heute bei rund 2 Mrd. € liegen.

  • Die zu bauenden Netze werden ausschließlich für die fluktuierende Windenergie gebaut. Während rund 6000 Stunden im Jahr laufen die schönen, neuen Netze, die dann unsere Landschaft zieren, leer. Damit wird das Problem der Unstetigkeit des Windes von Norden nach Süden verlagert, aber ohne Speichermöglichkeiten kommt das, was man im Norden hineinsteckt, unveredelt im Süden wieder heraus.
    Bereits jetzt sind rund 26 GW in Windkraftanlagen installiert, mehr Leistung als alle 17 Kernkraftwerke in Summe aufweisen. Aber der Ertrag aus Windkraftanlagen in nutzbaren Kilowattstunden liegt nur bei einem Viertel dessen, was in Kernkraftwerken erzeugt wird. Wir können die ganze Republik mit Windmühlen, Stromautobahnen und Speichern pflastern, trotzdem reicht es noch nicht einmal für den Ausgleich der wegfallenden KKW-Erzeugung.
    Wir rennen in eine unbezahlbare Sackgasse, ohne irgendetwas zu gewinnen. Die einzigen Profiteure der unglückseligen EEG-Gesetze sind die Subventionsabzocker.

  • Über diese Show kann man doch nur noch lachen. Aussteigen wollen,aber nicht gewusst was dann kommt. Zuerst wird erzählt wird Aussteigen kostet nicht mehr, alles kein Problem. Unsere Exberten. Vieleicht hatte man auf die Ausstiegsplärrer weniger hören aber dafür nachdenken sollen

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