Energiekonzern
Vattenfall prüft Verkäufe in Deutschland

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will sich nach Informationen des Handelsblatts in Deutschland von zahlreichen Beteiligungen trennen. Eine Reihe von Randaktivitäten stünden auf dem Prüfstand, hieß es in Unternehmenskreisen. Dabei handelt es sich zumeist um Minderheitsbeteiligungen an Kommunalversorgern – unter anderem in Dresden und Kassel.

DÜSSELDORF. Den Verkauf abwickeln soll die Investmentbank Sal. Oppenheim. Vattenfall wolle zum einen sein Portfolio bereinigen und sich verstärkt auf seine modernen Kraftwerke, sein Stammgebiet in Hamburg und Berlin sowie den Energiehandel konzentrieren, hieß es. Zum anderen könne der Konzern den Verkaufserlös, der sich auf einen Milliarden-Betrag summieren könnte, für die Finanzierung seiner Expansion gebrauchen.

Vattenfall hatte jüngst die Übernahme des zweitgrößten niederländischen Versorgers Nuon angekündigt. Der schwedische Konzern will das Unternehmen in mehreren Schritten für insgesamt knapp über zehn Mrd. Euro kaufen. In Deutschland ist die Tochter Vattenfall Europe der drittgrößte Stromproduzent und hat hierzulande einen Umsatz von rund zwölf Mrd. Euro.

Wie es in Unternehmenskreisen hieß, sollen unter anderem die 80-Prozent-Beteiligung am Schweriner Versorger Wemag, das 29-Prozent-Paket an der Dresdner Enso sowie der 25-Prozent-Anteil an den Städtischen Werken Kassel abgegeben werden. Daneben will sich Vattenfall von einem Heizkraftwerk in Rostock trennen. Am begehrtesten dürfte der 32-Prozent-Anteil am Berliner Gasversorger Gasag sein. Ob die Beteiligung tatsächlich zum Verkauf gestellt wird, ist den Unternehmenskreisen zufolge aber noch nicht endgültig entschieden.

Vattenfall Europe wollte sich zu der Liste nicht konkret äußern. Das Unternehmen betonte auf Anfrage aber, dass es regelmäßig seine Beteiligungen auf den Prüfstand stelle. Sechs Jahre nach der Konzerngründung sei es Zeit für eine erneute Überprüfung – insbesondere auch vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise. Konkrete Resultate lägen aber noch nicht vor.

Vattenfall wäre damit schon der zweite große deutsche Energiekonzern, der sich wieder von Beteiligungen an Kommunalversorgern trennt. Marktführer Eon will die Stadtwerke-Holding Thüga verkaufen.

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