Energieversorger
Eon stellt sich auf hohe EU-Strafe ein

Der Energiekonzern Eon muss sich auf eine kostspielige Strafe einstellen. Nach Informationen des Handelsblatts wird die EU-Kommission am 8. Juli ein drastisches Bußgeld gegen Eon verhängen. Grund: Ein Urteil der Wettbewerbshüter im Kartellverfahren gegen die Eon-Tochter Ruhrgas. Das wird teuer.

DÜSSELDORF/BRÜSSEL. Die EU-Kommission wird nach Informationen des Handelsblatts in der kommenden Woche eine drastische Geldstrafe gegen Eon verhängen. Die Wettbewerbsbehörde habe angekündigt, am Mittwoch das lange erwartete Urteil in einem Kartellverfahren gegen die Eon-Tochter Ruhrgas zu verkünden, hieß es in mit dem Vorgang vertrauten Kreisen.

An einer Bestrafung wird in Kreisen des Energiekonzerns nach Abschluss der Gespräche mit der Behörde nicht mehr gezweifelt. Noch steht die genaue Summe zwar nicht fest. Es wird aber mit einem "dreistelligen Millionenbetrag" gerechnet, der bis zu einer halben Milliarde Euro betragen könnte. Das wäre eine der höchsten Strafen, die die Behörde bislang überhaupt gegen ein Unternehmen verhängte. Eon-Chef Wulf Bernotat wird aber vor Gericht gegen den Bescheid vorgehen.

Das Verfahren geht auf Razzien zurück, die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes 2006 bei mehreren europäischen Versorgern anordnete. Dabei stieß Kroes auf Unterlagen, auf deren Grundlage sie illegale Absprachen zwischen Eon Ruhrgas und dem französischen Branchenriesen Gaz de France (GDF) vermutet. 2007 leitete sie formelle Ermittlungen gegen die beiden Unternehmen ein, 2008 dann ein Kartellverfahren.

Die beiden Konzerne hatten 1975 beim Bau der Pipeline Megal in Süddeutschland abgesprochen, wer welche Mengen in seinen jeweiligen Heimatmarkt liefern darf. Diese Klausel verstößt nach Ansicht der Kommission gegen das Wettbewerbsrecht - und die beiden Unternehmen hätten die illegalen Marktabsprachen auch nach der Liberalisierung des Energiemarktes Ende der 90er-Jahre beibehalten.

Die EU-Kommission wollte gestern auf Anfrage den Termin nicht kommentieren und erklärte, noch sei das Verfahren offen. Ein Sprecher von Eon Ruhrgas sagte lediglich, dass das Unternehmen "in nächster Zeit" mit einer Entscheidung rechne.

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