Energieversorger
RWE wettert gegen Belastung durch Brennelementesteuer

Der Energieversorger RWE hat nach einem Ergebnisanstieg seine Prognose bekräftigt. Aber für die kommenden Jahre rechnet RWE mit massiven Einschnitten - vor allem die Brennelementesteuer wird den Konzern Hunderte Millionen Euro kosten.
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HB ESSEN. Der Energiekonzern RWE hat in den ersten neun Monaten Umsatz und Gewinn gesteigert und seine Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt. Von Januar bis Ende September erzielte das Essener Unternehmen mit 38,5 Milliarden Euro einen um 14 Prozent höheren Umsatz als im Vorjahreszeitraum und übertraf damit die Analystenerwartungen. Dazu trugen der wieder an das Netz gegangenen Meiler des Atomkraftwerks Biblis und der im vergangenen Jahr erworbene niederländische Versorger Essent bei, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Niedrigere Gaspreise hätten sich indes gegenläufig ausgewirkt.

Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis lag den Angaben nach mit 3,2 Milliarden Euro um 11 Prozent über dem Vorjahreswert, das berichtete Nettoergebnis ging dagegen um gut 5 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stand ebenfalls ein Plus von 14 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Neben der Konsolidierung von Essent hätten sich auch positive Wechselkurseffekte bemerkbar gemacht.

Für die kommenden Jahre kündigte der Konzern hohe Belastungen an. Dazu zählten unter anderem die staatlichen Auflagen für die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Die Brennelementesteuer werde ab 2011 das Betriebsergebnis um jährlich 600 bis 700 Millionen Euro schmälern, hieß es.

"Die künftige Ergebnisbelastung werden wir nicht im vollem Umfang ausgleichen können", erklärte Vorstandschef Jürgen Großmann am Donnerstag bei der Vorlage des Neunmonatsberichts. Die Mittelfristziele würden überprüft. RWE erwägt wie Konkurrent Eon gegen die Brennelementesteuer zu klagen.

Wie bei Konkurrenten ist das Gasgeschäft von RWE durch die gefallenen Spotmarktpreise und das Überangebot erheblich unter Druck geraten. Für das tschechische Geschäft sei Vorsorge getroffen worden. "Auch für die kommenden Geschäftjahre sieht der Konzern hier erheblich Risiken." RWE führe derzeit mit seinen Lieferanten Verhandlungen, um in den laufenden Verträgen günstigere Bedingungen zu erhalten. Zu den Lieferanten von RWE gehört auch der russische Gazprom-Konzern, bei dem bereits Eon mit seinem Wunsch nach Preisabschlägen auf wenig Gegenliebe stößt.

Kommentare zu " Energieversorger: RWE wettert gegen Belastung durch Brennelementesteuer"

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  • Was sich Herr Großmann herausnimmt ist in meinen Augen purer Hohn. Er spricht davon, RWE werde "Die künftige Ergebnisbelastung [...] nicht im vollem Umfang ausgleichen können". betrachetet man nun den aktuellen Zwischenbericht von RWE stellt man fest, dass RWE im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach eigenen Angaben "deutliche Verbesserung" des Nettoergebnises erzielt hat.
    "Es erhöhte sich um 26 % auf 2.791 Mio. €", das entspricht einer Erhöhnung von ca. 580 Mio. €, und dies nur unter der von RWE durchgeführten bereinigung des Nettoergebnises um "einmalige Sondereinflüsse".
    Dazu kann man nur sagen: Traue keiner Statistik, (hier vielleicht besser keinem bericht) den du nicht selbst gefälscht hast.
    Wäre die brennelementesteuer nicht ein Dorn im Auge von RWE, wäre der Zwischenbericht wohl deutlich besser ausgefallen.
    Und man beachte: Die 580 Mio. € sind nur ein Anstieg, nicht das Gesamtergebnis von 2,791 Mrd €. Die brennelementesteuer ist hiermit bestmmt überhaupt nicht zu tragen.
    Aber man kann es sich natürlich auch so drehen wie es gerade am besten passt. Oder Herr Goßmann?

  • ...heul doch RWE. Manche kriegen den Hals ja nie voll.

  • RWE ist das Entgegenkommen der Regierung noch nicht genug. Jetzt werden erst einmal Mitarbeiter ab 50 auf den Arbeitslosenberg geworfen, um die Politiker für die Wünsche der Energieversorger empfänglicher zu machen. Die Wirtschaft nimmt ihre Mitarbeiter als Geisel zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Gesetzlich geförderte bWL-Kriminalität. Wird da das GG richtig verstanden? Eigentum verpflichtet zu kriminellen Handlungen?

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