Engpass befürchtet
Sinkender Ölpreis gefährdet Milliarden-Investitionen

Weil der Ölpreis sinkt, will die Opec künftig weniger investieren. Neue Projekte wie die Ausbeutung der kanadischen Ölsände und schwer zugänglicher Tiefsee-Vorkommen lohnen sich nicht mehr. Experten warnen: Bleiben die nötigen Investitionen aus, könnte Öl beim nächsten Aufschwung knapp werden.

LONDON. Rezession und Finanzkrise nehmen die Ölindustrie in die Zange. Der sinkende Ölpreis werde die Förderländer veranlassen, Investitionspläne zu überdenken, kündigten gestern in London führende Vertreter des Produzentenkartells Opec an. Der Ölpreis ist vom Rekordstand von 147 Dollar je Barrel (159 Liter) im Juli bis auf fast 60 Dollar gesunken. Die Ölservice-Industrie sieht bereits die Sparwelle auf sich zu rollen. Branchenexperten warnten deshalb auf der Konferenz Oil & Money bereits vor Lieferengpässen und neuen Preisausschlägen im nächsten Aufschwung. Unberührt von der Krise sind bisher die internationalen Ölkonzerne: BP legte ein Rekordergebnis für das dritte Quartal vor.

Dagegen werden viele kleine Explorationsfirmen, die nach neuen Öl- und Gasvorkommen suchen, direkt von der Krise getroffen. Sie hätten typischerweise nur spärliche Cash-flows und finanzierten Investitionen aus Börsenkapital und Bankkrediten, sagte ein Ölmanager. Beide Quellen seien jetzt weitgehend versiegt, so dass manchen Unternehmen das Geld ausgehe.

Chefs großer Öl-Servicefirmen, die auch für große Konzerne bohren und Förderanlagen betreiben, bestätigten, dass Aufträge von Explorationsfirmen wegzubrechen beginnen. Sie fürchten, dass auch große Konzerne bald auf die Investitionsbremse treten. "Es ist leider vorhersehbar, dass es in den nächsten zwölf Monaten nur ums Kürzen gehen wird", sagte Bernard Duroc-Danner, Chef der Ölservicefirma Weatherford International. In den USA hätten die Kunden schon begonnen, auf die niedrigeren Ölpreise zu reagieren, sagte Chad Deaton, der den Konkurrenten Baker Hughes führt.

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