EPA und der Abgasskandal
Haben die US-Aufseher VW auf dem Kieker?

Seit über einem Monat treibt die US-Umweltbehörde EPA Europas größten Autobauer im Abgas-Skandal vor sich her. Das Krisenmanagement von VW wirkt unglücklich. Doch die Regulierer fahren auch eine knallharte Linie.

New YorkDie Beziehungen zwischen Wolfsburg und Washington sind am Tiefpunkt angekommen. Mit neuen Anschuldigungen im Abgas-Skandal hat die US-Umweltbehörde EPA den ohnehin schon massiven Druck auf den Volkswagen-Konzern weiter erhöht. Nach der Eskalation versucht man bei VW den Eindruck eines Missverständnisses zu erwecken, das im Dialog beseitigt werden könnte. Doch die Fronten sind verhärtet. Das dürfte eine Lösung deutlich erschweren.

Wer sich bei VW umhört, stößt auf Zerknirschtheit. Dass die EPA am Montag mit neuen Vorwürfen an die Öffentlichkeit ging, sei eine Überraschung gewesen, heißt es aus Konzernkreisen. Eigentlich hatte man geglaubt, das Problem vorher klären zu können. Die EPA beschuldigt VW, eine weitere Software, mit der Emissionstests manipuliert werden könnten, nicht vorschriftsgemäß gemeldet zu haben.

Doch anders als am 18. September, als die EPA die Abgas-Affäre ins Rollen brachte, kamen diesmal keine reumütigen Reaktionen aus Wolfsburg. Stattdessen wurden die Vorwürfe rasch zurückgewiesen. Die Software, um die es nun gehe, sei absolut legitim und diene nicht der Schummelei. Es folgte zwar die Zusage, mit der EPA zu kooperieren. Einen Machtkampf will man sowieso nicht riskieren – aus Wolfsburg heißt es, das Letzte was VW brauche, seien Konflikte mit der Behörde.

Aber hinter den Kulissen steigt offenbar das Unverständnis und der Frust. So ließ sich ein VW-Sprecher im „Wall Street Journal“ mit den Worten zitieren: „Was hier zur Debatte steht, ist klar: Wollen die USA Wettbewerb im amerikanischen Markt oder nicht?“

Das ist Wasser auf die Mühlen der Kommentarspalten im Internet. Die Wahrnehmung, es handele sich beim rigorosen Durchgreifen der US-Behörden gegen VW um eine Angelegenheit nationaler Wirtschaftsinteressen, um die heimische Autoindustrie zu schützen, ist durchaus verbreitet.

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