Erdgasförderung
BASF sticht Eon in Sibirien aus

Die BASF-Tochter Wintershall will zusammen mit dem russischen Energieriesen Gazprom ein riesiges Gasvorkommen in Sibirien erschließen und ist damit dem Energiekonzern Eon zuvorgekommen.

HB HANNOVER. Gazprom und BASF hätten eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, nach der beide Unternehmen das Gasvorkommen in Juschno Russkoje gemeinsam erforschten und förderten, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Montag auf der Hannover Messe. In Juschno Russkoje lagern nach Wintershall-Angaben rund 500 Mrd. Kubikmeter förderbaren Erdgases. BASF werde zunächst 50 % minus eine Aktie an dem Projekt erhalten.

Der Düsseldorfer Eon-Konzern teilte gleichzeitig mit, er habe mit Gazprom eine Absichtserklärung aus dem vergangenen jahr konkretisiert, nach der Eon mit 25 % in das Projekt Juschno Russkoje einsteigen könne. Der Anteil würde denjenigen von BASF entsprechend verkleinern.

Hambrecht: Wir sind für Gazprom die Nummer 1

BASF-Chef Jürgen Hambrecht kommentierte die Erklärung im "Handelsblatt" mit den Worten: "BASF ist und bleibt Gazproms Partner Nummer 1". Beide Seiten hätten zwar vereinbart, dass sie grundsätzlich bereit seien zur Aufnahme Dritter bei der Entwicklung der Lagerstätte. "Klar ist jedoch, dass insbesondere für das Feld Juschno Russkoje kein dritter Partner einen gleichen oder größeren Anteil haben werde als BASF. Gazprom wollte sich zu dem innerdeutschen Zwist nicht äußern. Der russische Konzern verwies lediglich darauf, dass er in jedem Fall die Mehrheit an dem Feld halten werde.

Hambrecht veranschlagte das Investitionsvolumen für Juschno Russkoje auf eine Mrd. Dollar. Eine geplante Gaspipeline durch die Ostsee, die BASF gemeinsam mit Gazprom bauen wolle, werde etwa zwei Mrd. Dollar kosten. Auch bei der Pipeline stehe die Tür für Dritte offen.

Gazprom übernimmt Mehrheit an deutscher Vertriebsfirma

Im Gegenzug zur BASF-Beteiligung an Juschno Russkoje wird sich Gazprom stärker am Vertrieb des von ihm geförderten Gases in Deutschland beteiligen. Dazu wollten die Russen den Anteil am Vertriebsunternehmen Wingas signifikant erhöhen, kündigte Miller an. Gazprom hält an der vor 15 Jahren gegründeten Wingas bisher 35 %, Wintershall 65 %.

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