Ergebnis eines Schiedsspruchs
Celanese-Ansprüche deutlich gestiegen

Der Kronberger Chemiekonzern Celanese kann im Zusammenhang mit einem Produkthaftungsfall aus den neunziger Jahren nun deutliche höhere Forderungen gegen Versicherer geltend machen.

Reuters FRANKFURT. Celanese habe nun als Ergebnis eines Schiedsspruchs und einer weiteren Vereinbarung mit Versicherern Anspruch auf 170 Millionen Euro an Forderungen statt wie zuletzt in den Büchern ausgewiesen 70 Millionen Euro, sagte ein Sprecher. Der von Celanese aus den erhöhten Forderungen erwartete Gewinn hänge unter anderem noch davon ab, ob seitens der Versicherer gegen den Schiedsspruch Rechtsmittel eingelegt werden. Analysten sprachen von einer positiven Nachricht für Celanese. Die im MDax notierte Aktie legte um 1,3 Prozent auf 20,79 Euro zu.

Hintergrund der Forderung ist laut Aussagen eines Celanese-Sprechers eine Sammelklage wegen schadhafter Rohrleitungssysteme gegen die ehemalige Hoechst AG in den 90-iger Jahren. Celanese war 1999 aus der Abspaltung der industriellen Chemieaktivitäten des ehemaligen Frankfurter Hoechst-Konzerns entstanden. In einem Vergleich habe Hoechst damals an die Kläger gezahlt. Im Rahmen einer Produkthaftungsversicherung habe aber Versicherungsschutz bestanden, sagte der Sprecher.

„Die Nachricht kam überraschend“, sagte Chemieanalyst Dennis Nacken von der Helaba Trust. Kurzfristig sei der für Celanese zu erwartende Ertrag positiv für den Aktienkurs zu sehen. „Für ein Unternehmen von der Größenordnung von Celanese sind 100 Millionen Euro mehr schon eine beachtliche Summe“, sagte Nacken. Langfristig sei aber vor allem die Entwicklung des operativen Geschäfts für die Aktienkursentwicklung entscheidend.

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