Erlös von fast 300 Millionen Euro erwartet
EnBW stößt österreichische Beteiligung ab

Energie Baden-Württemberg (EnBW) ordnet seine Beteiligungen in Österreich neu. Der Anteil an der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-AG - bekannt als "Verbund" - soll in Kürze an institutionelle Investoren verkauft werden.

HB WIEN/STUTTGART. Der komplette Verbund-Anteil von 6,33 % solle in Kürze bei institutionellen Anlegern platziert werden, teilte die EnBW am Montag in Karlsruhe mit. Der Streubesitz des mehrheitlich im Staatsbesitz befindlichen Unternehmens werde damit auf rund 22 von 15,7 % steigen. Wenn die EnBW beim Verkauf einen Preis in der Nähe des Aktienkurses erzielt, kann sie nach Berechnungen von Reuters mit einem Erlös von fast 300 Mill. € rechnen. Mit dem Verkauf des Pakets beauftragt sind Merrill Lynch und die Raiffeisen Centrobank. „Auf Grund der positiven Entwicklung der Aktie rechnet EnBW mit einem signifikanten Veräußerungsgewinn“, teilte der drittgrößte deutsche Energieversorger mit. Bis wann die Transaktion abgeschlossen sein soll, wollte die Sprecherin nicht sagen.

Die Verbund-Aktie gab nach der Mitteilung 1,7 % auf 153,30 € nach. Vor allem Hedge-Fonds hätten verkauft, hieß es. Vor knapp einem Jahr war sie nur 80,20 € wert gewesen, seither haben die Energiepreise stark angezogen. In den ersten neun Monaten hat der Verbund seinen operativen Gewinn um 21,3 % gesteigert. Ein Verbund-Sprecher begrüßte den bevor stehenden Verkauf. „Für uns hat das große Bedeutung, weil es unseren Streubesitz erhöht“, sagte er. Die EnBW habe ihren Anteil stets als reines Finanzengagement betrachtet. Der Karlsruher Energieversorger hatte das Paket von einem seiner Vorgängerunternehmen Badenwerk und EVS geerbt, die 1997 fusioniert hatten.

Der österreichische Staat hält mit 51 % die Mehrheit am Verbund, die Energieversorgung Niederösterreich (EVN) und Wienstrom sind mit jeweils zehn Prozent beteiligt, die Tiwag hält 7,0 %. Für ausländische Eigentümer gilt beim Verbund eine Stimmrechtsbeschränkung auf fünf Prozent. Ihren gut zehnprozentigen Anteil an der EVN will die EnBW behalten. Dieser habe wegen der Ausrichtung der EVN und ihres Ausbaupotenzials strategischen Charakter, begründete eine EnBW-Sprecherin das Festhalten.

Ende Oktober hatte die EnBW ihre Österreich-Vertriebstochter in Wien mit 17 Mitarbeitern geschlossen. Diese hatte sechs Jahre lang Industrieunternehmen und Kettenkunden betreut. Die EnBW hat sich seit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Utz Claassen vor eineinhalb Jahren von einer Fülle von Beteiligungen getrennt, die sie nicht zum Kerngeschäft zählten.

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