Ermittlungen gegen Eon und RWE
Energieriesen wegen Strompreis unter Druck

Das Bundeskartellamt hat die beiden größten deutschen Stromkonzerne Eon und RWE im Visier. Sie werden verdächtigt, den Strompreis illegal in die Höhe getrieben zu haben. Die Auseinandersetzungen über die dramatisch gestiegenen Strompreise spitzen sich zudem weiter zu.

HB BERLIN. Nach öffentlicher Kritik großer Stromkonzerne trat der Vorstandschef des Kupferverarbeiters Norddeutsche Affinerie AG (NA/Hamburg), Werner Marnette, vom Vorsitz des Energieausschusses beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zurück. In einem Schreiben an BDI-Präsident Jürgen Thumann beklagt Marnette, er sei zur Zielscheibe der Kritik geworden. Thumann stellte sich indirekt hinter seinen Fachmann und erklärte: „Die dauerhaft hohen Strom- und Gaspreise sind eine Bedrohung vor allem für die energieintensiven Industrieunternehmen in Deutschland.“

Nach monatelanger Kritik an den vier Stromgiganten wegen der gestiegenen Preise nahm sich jetzt auch das Bundeskartellamt Eon und RWE vor und leitete ein förmliches Prüfungsverfahren ein. Beide Konzerne stünden unter dem Verdacht einer marktbeherrschenden Stellung, sagte eine Sprecherin der Bonner Kartellbehörde und bestätigte einen Bericht des Berliner „Tagesspiegels“ (Samstag). Je nach Ergebnis würden auch die beiden anderen „Großen“, Vattenfall und EnBW, um eine Stellungnahme gebeten. Bei Eon Energie in München wurde der Eingang des Briefs bestätigt. „Wir prüfen sie derzeit“, hieß es.

Die Prüfbitte geht unter anderem auf den Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) zurück, dem auch Marnettes Affinerie angehört. Geprüft werden solle der „Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung“ der Energieriesen. Zugleich forderte Umweltminister Jürgen Trittin RWE-Chef Harry Roels in einem dpa vorliegenden Brief zur Rechenschaft für die Behauptung auf, der im Frühjahr eingeführte Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten sei mit ursächlich für den Anstieg der Strompreise. Dies ist laut Trittin wegen der kostenlosen Zuteilung der Zertifikate unhaltbar.

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