Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung
Rüstungschef in Schmiergeldaffäre unter Verdacht

Gegen den Chef des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann wird offenbar wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Wieder geht es um die Panzerdeals mit Griechenland. Die Bundesregierung verfolgt die Ermittlungen genau.
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Düsseldorf/MünchenIst ein wichtiger Ansprechpartner der Bundesregierung in Rüstungsfragen ein Steuerhinterzieher? Nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“ und den Sendern NDR und WDR ermittelt die Münchener Staatsanwaltschaft gegen Frank Haun, den Chef des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann (KMW).

Bei den Ermittlungen geht es um die Affäre um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen in Griechenland, wegen der das Unternehmen seit Monaten unter Beschuss steht. Beraterhonorare sollen von Mittelsmännern zur Bestechung von Amtsträgern in Athen genutzt worden sein. Die Zahlungen soll KMW beim Finanzamt offenbar als Betriebsausgaben geltend gemacht haben. Hintergrund sind Waffengeschäfte für fast zwei Milliarden Euro mit Leopard-2-Panzern und Panzerhaubitzen.

Wie die „Süddeutsche“ weiter berichtet soll sich mittlerweile auch die Bundesregierung für die Ermittlungen interessieren. Gegenüber Regierungsstellen habe KMW in der vergangenen Woche bestritten, dass Mitglieder des aktuellen Managements zu den Beschuldigten zählten. Diese Auskunft wäre aber nur dann formal richtig, wenn der Konzern von der Staatsanwaltschaft über die Ermittlungen gegen Haun bislang nicht informiert worden wäre.

Neben Haun zählten bei Krauss-Maffei Wegmann fünf frühere Manager zu den Beschuldigten, darunter auch ein Mitgesellschafter des Konzerns, schreibt die Zeitung. KMW und die Staatsanwaltschaft äußerten sich dem Bericht zufolge nicht zu den Ermittlungen.

Die Staatsanwaltschaft München soll wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung auch gegen zwei frühere SPD-Bundestagsabgeordnete ermitteln. Sie sollen bei den Panzergeschäften mit Griechenland gut fünf Millionen Euro von KMW kassiert haben. In dem Verfahren habe es bereits Durchsuchungen gegeben, hatten „Süddeutsche“, NDR und WDR vor einer Woche berichtet.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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