"Es ist zu spät“
Aus Cognis-IPO wird 2005 nichts mehr

Der Spezialchemiekonzern Cognis gilt bereits seit längerem als börsenreif. Dennoch wird der Schritt aufs Parkett noch etwas warten müssen, für dieses Jahr wurde zumindest einen Gang an den Kapitalmarkt ausgeschlossen.

HB FRANKFURT. „Dieses Jahr wird es nicht passieren, es ist zu spät“, sagte Cognis-Finanzchef Arnold Kiel am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Cognis überprüfe kontinuierlich das Marktumfeld. „Bislang ist der deutsche Aktienmarkt nicht ausreichend attraktiv“, sagte Kiel. Der 1999 aus dem Chemiebereich von Henkel hervorgegangene Konzern ist seit 2001 im Besitz der Beteiligungsgesellschaften Permira, Goldman Sachs Capital Partners und SV Life Sciences. In den nächsten Jahren sei ein Gang an den Kapitalmarkt aber sehr wahrscheinlich, sagte Kiel. Die Cognis-Investoren würden sich in der späten Phase ihres Investments befinden. Einen genauen Zeitplan stellt der Finanzchef nicht vor.

Der Spezialchemiekonzern, der seine Kunden unter anderen in der Ernährungs- und Kosmetikindustrie sowie in der Textil- und Kunststoffbranche hat, kam 2004 auf einen Umsatz von 3,073 Mrd. € und auf einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 362 Mill. €. Bei einem Börsengang müsste Cognis am Markt um frische Finanzmittel werben, sagte Kiel. „Das bedeutet, dass wir mit den großen Pensionsfonds darüber sprechen müssen, in neue Aktien zu investieren, und das ist schwierig“, sagte Kiel. Die Fonds hätten zur Zeit keine hohen Geldzuflüsse für Investitionen in neue Aktien.

Unerbetene Übernahmeangebote für Cognis erwartet der 43jährige Manager nicht. Cognis sei kein Nischenspieler und wäre vom Standpunkt jedes Unternehmens aus nicht einfach eine kleine Portfolio-Ergänzung, sagte Kiel. „Das Unternehmen steht nicht zum Verkauf“, ergänzte er.

Im operativen Geschäft sieht der Manager den Konzern auf Kurs, die Geschäftsziele für dieses Jahr zu erreichen. „Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir das Ebitda im Vergleich zum Vorjahr steigern werden“, sagte der Finanzchef. Wie andere Konzerne in der Spezialchemie muss auch Cognis mit den gestiegenen Rohstoffpreisen zu Recht kommen. „Wir haben einige Preisanhebungen bei den Rohstoffen im vergangenen Jahr verdaut und wir sind heute erfolgreicher als noch vor einem Jahr, diese an die Kunden weiter zu geben“, sagte Kiel. Zu 100 % klappe dies aber nicht. Etwa die Hälfte der Rohstoffe von Cognis ist abhängig von Rohölderivaten, die andere Hälfte machen Naturöle und Fette aus.

Unlängst hatte Cognis angekündigt, seine weltweiten Geschäfte mit oleochemischen Grundststoffen in ein bestehendes Joint Venture in Malaysia mit dem dort ansässigen Konzern Golden Hope Plantations einzubringen. Ein Verkauf des Bereichs ist aber nicht geplant. „Der andere Bereich, bei dem wir mit den Margen nicht zufrieden sind, ist der Bereich Prozesschemikalien“, sagte Kiel. Die Sparte werde unter anderem von der Entwicklung der Leder- und Textil-Industrie beeinflusst.

Cognis erwirtschaftet etwa 53 seines Konzernumsatzes in Europa, Nord- und Südamerika kommen zusammen auf 31 %, 16 % entfallen auf Asien.

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