Essener Mischkonzern
Evonik erhält neuen Großaktionär

Evonik-Chef Werner Müller und Wilhelm Bonse-Geuking, der Vorstandsvorsitzende des Evonik-Eigners RAG-Stiftung, haben gut gearbeitet. Beim Verkauf einer Minderheitsbeteiligung am Essener Mischkonzern Evonik, der 2006 aus dem Bergbaubetreiber RAG hervorgegangen ist, haben sie ein Ergebnis erzielt, das selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen hat.

DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts aus Verhandlungskreisen zahlt der britische Finanzinvestor CVC Capital Partners für den Erwerb einer Sperrminorität von 25,1 Prozent 2,4 Mrd. Euro. Damit haben sich die Briten gegen die US-Konkurrenten Bain Capital, KKR und Blackstone durchgesetzt. Sprecher von Evonik, der RAG-Stiftung und CVC lehnten eine Stellungnahme zum Ausgang des mehrwöchigen Bieterwettstreits ab.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Müller hatte das Modell zur Ausgliederung des Bergbaus und zur Privatisierung des sogenannten weißen Bereichs der einstigen RAG vor fünf Jahren entworfen. Er hat es danach auch gegen erhebliche Widerstände insbesondere der nordrhein-westfälischen Landesregierung durchgesetzt. Allerdings musste Müller infolgedessen seine ursprünglichen Karrierepläne ändern. Sein Ziel, Chef der RAG-Stiftung zu werden, erreichte er nicht.

Mit dem Kaufvertrag, der den Informationen zufolge am Dienstag Abend unterzeichnet werden sollte, wird das gesamte Eigenkapital von Evonik mit 9,6 Mrd. Euro bewertet. Damit kann die Stiftung auf eine zusätzliche Einnahme von vier Mrd. Euro hoffen, sofern es ihr gelingt, bei den voraussichtlich in den Jahren 2010 und 2012 anstehenden Verkäufen weiterer Aktienpakete über die Börse denselben Preis zu erzielen, wie ihn CVC jetzt bezahlt.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Susat, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ein Gutachten erstellt hatte, taxierte den Wert des in den Bereichen Spezialchemie (Degussa), Stromerzeugung (Steag) und Immobilien tätigen Konglomerats als Ganzes für den Fall eines Börsengangs auf 5,1 Mrd. Euro. Sogar der mögliche Erlös einer Einzelverwertung der Teilkonzerne, den Susat mit 5,9 Mrd. Euro bezifferte, wird deutlich übertroffen. Vor einem Jahr hatte der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess mit Rückendeckung der Düsseldorfer Landesregierung einen Vorstoß zur Übernahme von Degussa unternommen. Dieser scheiterte jedoch am Widerstand des Evonik-Vorstands und der Bergbaugewerkschaft IG BCE.

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