EU-Kommission verhängt Strafe
60 Millionen Euro Bußgeld für Astra Zeneca

Die Europäische Kommission hat Astra Zeneca einen schwerwiegenden Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung vorgeworfen. Nun muss der Pharmakonzern 60 Millionen Euro Bußgeld zahlen.

HB BRÜSSEL. Eine entsprechende Entscheidung traf die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Dabei geht es um das Magengeschwürmittel Losec. Das britisch-schwedische Unternehmen hat nach Erkenntnissen der Behörde mit unrichtigen Angaben einen längeren Patentschutz für das Medikament erreicht und so billigere Nachahmerprodukte auch in Deutschland blockiert.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, sie respektiere, dass Pharmaunternehmen durch Patentschutz die Chance hätten, ihre Forschungsausgaben wieder hereinzubekommen. „Aber es steht nicht einem marktbeherrschenden Unternehmen, sondern den zuständigen Behörden zu, über den angemessenen Zeitraum des Schutzes zu entscheiden“, sagte sie. „Aufsichtsbehörden in die Irre zu führen, um einen längeren Patentschutz zu erreichen, (...) ist eine schwere Verletzung der EU-Wettbewerbsregeln.“

Nach Angaben der Kommission verletzte Astra Zeneca von 1993 bis 2000 die Regeln. So habe das Unternehmen gegenüber den nationalen Aufsichtsbehörden in Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Großbritannien unkorrekte Angaben gemacht, um einen längeren Patentschutz zu bekommen. In Dänemark, Norwegen und Schweden habe Astra Zeneca darauf hingearbeitet, billigere Nachahmerprodukte und günstigere Parallelimporte zu unterbinden.

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