Europa 500
Höher, schneller, weiter

Bei den 500 größten börsennotierten Unternehmen liegen die etablierten Industrienationen weiter vorn. Doch die Boomländer im Osten holen auf. Russland allein bringt bereits 18 Konzerne in das Exklusiv-Ranking.

DÜSSELDORF. Die Messlatte hängt im dritten Rekordjahr höher. Weil die Umsätze im Geschäftsjahr 2006 noch stärker als in der Vergangenheit zulegten, müssen die Unternehmen dynamisch wachsen, um sich zu behaupten. Das zeigt ein Blick auf Europas 500 umsatzstärkste börsennotierte Industrieunternehmen. Wieder legten alle Branchen bei Umsatz und Gewinn zu. Wer dabei nur auf der Stelle tritt, fällt deshalb im Ranking zurück.

So konnten beispielsweise Frankreichs Einzelhandelsriese Carrefour und der Automobilkonzern Peugeot oder in der Bundesrepublik die Deutsche Telekom, BMW und Metro ihre Positionen gegenüber dem Vorjahr nicht behaupten. Ihre Umsätze wuchsen nur langsam. Das ist zu wenig angesichts des größten Weltwirtschaftsbooms seit drei Jahrzehnten und einer anziehenden Binnennachfrage in Europa. Die Telekom verliert angesichts sinkender Anteile am Heimatmarkt zum ersten Mal ihre Stellung unter den Top 10.

Das Maß in Europa bleiben Deutschland und Großbritannien. Die größte Volkswirtschaft stellt vier der zehn größten Konzerne und 13 unter den Top 50. Dafür glänzen die Briten als volkswirtschaftlich zweitgrößtes Land stärker in der Breite, indem sie mit 112 Konzernen unter den Top 500 fast doppelt so viele Firmen wie die Deutschen (57) stellen. Ursache ist die größere und historisch gewachsene Bedeutung börsennotierter Unternehmen im angelsächsischen Raum. Deutschland hat traditionell mehr und vor allem größere Familienunternehmen. Das zeigt die Handelsblatt-Rangliste der 50 größten privaten Unternehmen.

Insgesamt steigerten die Top 500 ihre Umsätze um elf Prozent – nach sechs Prozent im Vorjahr. Daran gemessen enttäuscht sogar ein wenig das immer noch satte Plus von 16 Prozent beim Nettogewinn nach 42 Prozent im Vorjahr. „Öl-, Gas- und Stromunternehmen legten 2006 beim Umsatz ganz besonders stark zu, weil die Nachfrage rasant stieg. Hinzu kommen die Effekte aus der steigenden Zahl an Fusionen und Übernahmen“, sagt Steffen Neumann von der Landesbank Baden-Württemberg. Das lässt die Umsätze und die Zahl der Mitarbeiter stärker als im Vorjahr steigen. Durchschnittlich beschäftigten die Top 500 im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,5 Prozent mehr Mitarbeiter als 2005. Darunter gibt es durchaus auch Neueinstellungen. Ihr Anteil macht aber trotz des Wirtschaftsbooms weniger als einen halben Prozentpunkt aus.

Paradebeispiel ist die Deutsche Post, die sich im Ranking von 23 auf 13 verbesserte. Grund dafür sind Übernahmen. Neben Käufen in den USA schlägt vor allem der Erwerb des britischen Logistikspezialisten Exel zu Buche. Doch während auf diese Weise die Umsätze um mehr als ein Drittel stiegen, sank der Gewinn um 14 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich nur um knapp zwei Prozent, weil im Inland weiter Stellen abgebaut wurden.

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