Europäische Autobauer
Fiat will Billigauto teurer anbieten

Der italienische Autobauer Fiat will sein geplantes Billigauto deutlich oberhalb des indischen Kleinstwagen Tata Nano positionieren. "Das wird ein richtiges Familienauto, nicht mit dem Nano zu vergleichen", sagte Fiat-Markenvorstand Lorenzo Sistino am Dienstagabend vor Journalisten in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Preislich werde der Wagen keine Konkurrenz für das von Tata im Januar vorgestellte 1700-Euro-Auto werden. Nähere Angaben zum Preis wollte der Manager nicht machen. Einen Dämpfer erteilte Sistino den Bestrebungen der Inder, den Nano über Fiat im Ausland vertreiben zu lassen. In dieser Richtung sei derzeit nichts geplant. In Europa lasse sich der Wagen schon wegen der geringen Sicherheitsausstattung nicht verkaufen. Auch in anderen Ländern außerhalb Indiens sei derzeit kein Nano-Verkauf durch Fiat geplant. Tata-Chef Ratan Tata, der auch im Fiat-Verwaltungsrat sitzt, hatte im Januar angekündigt, mit den Italienern über eine Vermarktung des Nano im Ausland zu sprechen. Beide Unternehmen kooperieren bereits in Indien und Südamerika. Zudem betreiben sie in Indien ein gemeinsames Werk.

Noch sei nicht entschieden, ob der eigene Billigwagen als Fiat oder unter einer neuen Marke verkauft werden solle, sagte Sistino. "Das könnte aber auch eine andere Marke sein. Fiat ist keine Billigmarke." Die vor der Übernahme durch Fiat stehende serbische Marke Zastava werde diese Rolle aber nicht spielen. In Serbien wolle Fiat ab 2010 Autos unter eigener Marke bauen. Fiat hatte Ende April mit der Regierung in Belgrad vereinbart, 70 Prozent an Zastava zu übernehmen und will hier 700 Millionen Euro investieren.

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