Evonik
Chemieriese steht vor Führungswechsel

Unter Klaus Engel hat sich Evonik zu einem international ausgerichteten Spezialchemiekonzern entwickelt. Nun steht das Unternehmen offenbar vor einem Führungswechsel. Auch Engels Nachfolger steht wohl schon fest.
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DüsseldorfDer Essener Chemiekonzern Evonik steuert Insidern zufolge auf einen Führungswechsel zu. Strategievorstand Christian Kullmann werde die Nachfolge von Evonik-Chef Klaus Engel antreten, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters. „Man kann sich auf den Führungswechsel einstellen“, sagte einer der Insider. Eine entsprechende Entscheidung des Aufsichtsrats stehe bevor. „Ich kann das weder dementieren noch bestätigen“, sagte ein Evonik-Sprecher dazu am Samstag. Kullmann war 2014 in den Vorstand des Essener Spezialchemiekonzerns aufgerückt, seit Mai 2016 ist er stellvertretender Vorstandschef. Kullmann hatte Insidern zufolge entscheidend an den milliardenschweren Zukäufen des Konzerns mitgewirkt, die Evonik auf eine breitere Basis stellen.

Der seit Anfang 2009 amtierende Konzernchef Engel werde keine erneute Amtszeit antreten, hatten in der Vergangenheit mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen gesagt. Sein Vertrag läuft 2018 aus. Der Evonik-Aufsichtsrat kommt Insidern zufolge am 1. März zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Dann könnte das Gremium den Führungswechsel besiegeln. Kullmann ist auch enger Vertrauter des Chefs der RAG-Stiftung, Werner Müller. Die Stiftung kontrolliert rund 68 Prozent der Evonik-Anteile.

Unter Engel hat sich Evonik zu einem international ausgerichteten Spezialchemiekonzern entwickelt. Der ehemalige Brenntag-Manager trimmte den Konzern nach seinem Amtsantritt 2009 zudem auf Rendite. Kullmann hat als Strategievorstand nach Zukunftsfeldern für den Konzern und Übernahmezielen Ausschau gehalten. Kullmann gilt als bestens verdrahtet in Wirtschaft und Politik. Evonik hatte im Dezember für 630 Millionen US-Dollar das Silica-Geschäft des US-Konzerns JM Huber übernommen. Mit dem Zukauf soll auch das Geschäft in Asien und Nordamerika ausgebaut werden. Auch erhält Evonik Zugriff auf das Geschäft mit Stoffen für Zahnpasta, hier hat Huber eine führende Marktposition. Evonik hatte zudem eine Sparte des US-Konzerns Air Products für rund 3,8 Milliarden Dollar übernommen. Der Konzern vermindert mit Übernahmen seine Abhängigkeit vom Geschäft mit Zusatzstoffen für Tiernahrung, die etwa in der Hühnermast zum Einsatz kommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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