Experten erwarten große Übernahmen
Teil 1: Indiens Konzerne zieht es in den Westen

Die Nachricht kam Anfang der Woche: Das indische Industriekonglomerat Tata kauft für umgerechnet 239 Mill. Dollar den Telekomanbieter Teleglobe mit Sitz in Bermuda – ein Indiz für einen neuen Trend: Erfolgreiche indische Unternehmer drängen ins internationale Rampenlicht.

NEU-DELHI. „Manager, denen die Modernisierung ihrer Firmen gelungen ist, packt der Ehrgeiz“, sagt Baba Kalyani, Chairman von Bharat Forge, dem zweitgrößten Hersteller von Schmiedeteilen der Welt. „Sie sind vom selben Entdeckergeist beflügelt wie Christoph Columbus und wollen ihren Erfolg nun im Weltmaßstab wiederholen.“

Vierzehn Jahre ist es her, dass Indien der Planwirtschaft den Rücken kehrte und sich dem Welthandel öffnete. Unternehmer, die jahrzehntelang vom Staat behindert wurden, können seither frei walten. Viele nutzten die Chance, um Management und Produktionsprozesse zu entschlacken. Jetzt setzen diese Konzerne an zum Sprung an die Weltmärkte. Das macht sie zu neuen Lieferanten, Konkurrenten, immer häufiger aber auch zu Käufern deutscher Unternehmen.

Wie Bharat-Forge-Chef Kalyani: Vor zehn Jahren kannte niemand seine Firma; nun schickt er sich an, mit Großinvestitionen in Indien sowie Akquisitionen in Deutschland, China und den USA Thyssen-Krupp als Weltmarktführer bei Schmiedeteilen zu verdrängen. Pioniere wie er sind Indiens neue Volkshelden – eine Klasse risikofreudiger Firmenchefs, die die Standortvorteile des Landes zur Globalisierung ihrer Geschäfte nutzt.

Mit Hilfe von Lohnkosten, die um 90 Prozent unter denen des Westens liegen, wollen etwa Indiens führende IT-Firmen TCS, Infosys und Wipro unter die Top Ten der globalen IT-Dienstleister aufsteigen. Pharmafirmen und Autozulieferer expandieren weltweit – so will sich Ranbaxy vom zehntgrößten Generikahersteller der Welt zur Nummer fünf hocharbeiten und sucht dafür auch in Deutschland nach Übernahmegelegenheiten.

Andere Branchen bringen erste multinationale Unternehmen hervor. „Wir wollen uns globalisieren und unser zu Hause erfolgreiches Geschäftsmodell international anwenden“, sagt Nikhil Meswani, Excecutive Director der Reliance-Gruppe. Die Übernahme von Trevira hat Indiens größten Privatkonzern zum Weltmarktführer bei Polyester gemacht. Meswani kündigt weitere strategische Akquisitionen an, die dem Konzern Zugang zu moderner Technologie und neuen Vertriebswegen verschaffen sollen. „Die Zukunftsmärkte liegen in Asien, und die Produktion vieler Güter verlagert sich auch hierher“, sagt er. Das helfe Reliance bei der Expansion.

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