Fahrzeugstudien auf der Tokyo Motor Show symbolisieren das neue Japan
Japaner wollen beim Autodesign punkten

Die Designer in Asien lassen sich von Eindrücken aus ihrer direkten Wohnumgebung und der japanischen Kultur inspirieren.

TOKIO. Wenn Olivier Boulay, Chefdesigner bei Mitsubishi Motors, über das neue Design der Fahrzeuge spricht, zückt er eine winzige Casio-Digital-Kamera aus der Brusttasche. „Da ist die ganze Philosophie drin. Da soll es hingehen mit Mitsubishi.“ Boulay will modernes, typisch japanisches Design, wie es in Mode und Elektronikgeräten, Architektur und Inneneinrichtung schon lange zu finden ist, in die Fahrzeuge bringen.

Die Fahrzeugstudien, die der Daimler-Chrysler-Partner auf der Tokyo Motor Show präsentiert, sollen das neue Japan symbolisieren: Verspielt wie der Kleinwagen „i“, der 2005 auf den Markt kommen soll – mit durchsichtigen Vordersitzen, Bodenbeleuchtung und runden Autoradios mit Speicherkarte. Oder im Retro-Look wie der „Zero“ aus poliertem Aluminium.

Mitsubishi ist nicht der einzige Hersteller, der versucht, sich durch japanisches Design von den globalen Wettbewerbern abzugrenzen. Konkurrent Nissan etwa hat sich bei der Gestaltung des Innenraums von den Farben eines beigen japanischen Tatami-Zimmers und einer schwarzen Kaligrafiezeichnung an dessen Wand beeinflussen lassen, erläutert Mamoru Aoki, Produkt-Chefdesigner bei Nissan Motor.

Die Frontscheinwerfer des Konzeptautos Jikoo sollen an das Licht hinter einer japanischen Papierschiebetür erinnern. Bei der Kühlerhaube des Serenity hat sich Nissans Chefdesigner Shiro Nakamura von einer Maske des traditionellen Ka- buki-Theaters inspirieren lassen.

Honda hat sich für das Konzeptauto Kiwami an japanischen Gärten orientiert und beruhigendes blaues Licht eingebaut. Und auch Branchenführer Toyota setzt bei der Expansion seiner Luxusmarke Lexus auf den Japan-Faktor. „Wir wollen die positiven Aspekte Japans betonen“, sagt Hideichi Misono vom Toyota Design Center. Sanft gebogene Linien und das lange, runde Dach des LF-S sollen von der Einfachheit eines traditionellen japanischen Hauses beeinflusst sein und dem Lexus zugleich ein jüngeres Gesicht geben. Dagegen nimmt der Toyota Einsitzer PM, dessen Länge je nach Verwendung variabel einstellbar ist und der mit „Artgenossen“ kommunizieren kann, die Roboter- und Metropolenwelt des Tokio von morgen vorweg.

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