Industrie
Familie von Vossloh-Chef verkauft Aktienpaket

dpa-afx WERDOHL. Die Familie von Vossloh-Chef Burkhard Schuchmann hat sich von einem umfangreichen Aktienpaket getrennt. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Werdohl mitteilte, veräußerte die Familie am Dienstag außerbörslich insgesamt 230 000 Anteilsscheine. Der Erlös beträgt 9,4 Mill. Euro. Nach Angaben aus Finanzkreisen drängt Schuchmann im Streit mit Aufsichtsratschef Kajo Neukirchen auf ein Machtwort der Vossloh-Familie, die rund ein Drittel des Verkehrstechnikkonzerns besitzt.

Der langjährige Vorstandsvorsitzende wollte die Rechtsform der Vossloh in eine europäische Aktiengesellschaft ändern lassen, war damit allerdings am Widerstand von Neukirchen gescheitert. Bei einer europäischen Aktiengesellschaft würden Aufsichtsrat und Vorstand zu einem Verwaltungsrat zusammengelegt. Dabei kann der Vorstandsvorsitzende auch das Amt des Verwaltungsrats-Präsidenten übernehmen. Diese Frage sei allerdings offen geblieben, hieß es in den Kreisen.

"Schuchmann möchte die Diskussion ganz bewusst aus einer Position führen, in der niemand einen Interessenskonflikt auf Grund substanzieller eigener Vermögensinteressen unterstellen kann", ließ der Vorstandschef mitteilen. Die von seiner Familie verkauften Anteil stellen rund 1,5 Prozent des Vossloh-Aktienkapitals dar. Damit sei der überwiegende Teil seiner Aktien verkauft, hieß es. Er habe aber nicht vor, sein Amt aufzugeben, ließ Schuchmann weiter mitteilen.

Es sei wahrscheinlich, dass der Vorstandschef sich auch finanziell wieder stärker engagieren werde, wenn von der Familiengesellschaft, die als Großaktionär ein Drittel der 14,7 Mill. Vossloh-Anteile hält, grundlegende Entscheidungen getroffen worden sind. Diese Weichenstellung der Familie werde vermutlich in den kommenden Wochen vorgenommen. "Eine Diskussion um die Rechtsform findet im Moment nicht statt", sagte Wolfgang Klein, Konzernbetriebsratsvorsitzender und Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat, den Bericht. Möglicherweise werde die Umwandlung im kommenden Frühjahr erneut thematisiert.

Die Vossloh-Aktie brach nach Bekanntwerden des Aktienverkaufs zeitweise um bis zu fünf Prozent ein. Am Markt herrschte nach Aussage von Händlern die Sorge, dass Schuchmann mit dem Verkauf seiner Anteile einen "Abschied auf Raten" einleite. Nach der Bestätigung des Vorstandschefs, dass er im Amt bleiben werde, erholte sich das Papier wieder etwas. Kurz vor Börsenschluss lag es noch zwei Prozent im Minus.

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