Familiengesellschaft baut kräftig Schulden ab
Röchling setzt auf das Kunststoffgeschäft

Die Gebr. Röchling, neben der Beteiligung am Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall die zweite Säule der Röchling-Gruppe, wird sich langfristig auf das Kunststoffgeschäft konzentrieren.

jkn MANNHEIM. „Es gibt aktuell keine Verkaufspläne für die Elektronik. Aber wenn wir investieren, wird dies im Bereich Kunststoff sein“, sagte Georg Duffner, der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Das Röchling-Management ist seit rund zwei Jahren dabei, die Gruppe auf mehr Profitabilität zu trimmen. Eines der Hauptsorgenkinder ist die Sparte Elektronik. Zu der Sparte gehören Francotyp-Postalia, ein Hersteller von Frankiermaschinen, sowie der Telekom-Spezialist DeTeWe. Während Francotyp im vergangenen Jahr Rekordergebnisse einfahren konnte, wurde dieser Erfolg vom Verlust im Telekomgeschäft aufgezehrt.

Im Telekombereich kämpft Röchling mit einem starken Preisverfall. Auch die Verzögerung bei der Umstellung des Polizeifunks auf digitale Technik wirkte sich aus. In beiden Bereichen gibt es für Röchling kaum Expansionsmöglichkeiten. Während Zukäufe bei Francotyp kartellrechtlich unmöglich sind - Francotyp teilt sich den Markt mit Pitney Bowes und Neopost –, kann sich Röchling die Übernahme von Wettbewerbern im Telekombereich finanziell kaum leisten.

Freude hat der Röchling-Familie dagegen die Automobiltechnik (Seeber) bereitet. Trotz Preisverfall stieg der Umsatz leicht. „Wir sind mit der Rendite zufrieden“, sagte Duffner. Das dritte Standbein, die technischen Kunststoffe, verzeichnete ebenfalls einen leichten Umsatzzuwachs. Unter dem Strich blieb der Umsatz der Gebr. Röchling mit rund 1,5 Mrd. Euro stabil, das Vorsteuerergebnis legte um 3,7 Prozent auf 36,4 Mill. Euro zu. Damit liegt die Umsatzrendite vor Steuern bei 2,4 Prozent, langfristig will Duffner hier einen Wert von 5 Prozent erreichen.

Entspannt hat sich die Situation bei der Beteiligung Rheinmetall. Vor drei Jahren waren unter den gut 200 Familiengesellschaftern Stimmen laut geworden, die angesichts der hohen Verschuldung von Röchling für einen Verkauf der Tochter plädierten. Doch das Thema scheint vom Tisch. Rheinmetall steht wirtschaftlich wieder besser da. Zudem ist es dem Röchling-Management gelungen, die Netto-Finanzverbindlichkeiten von 261 Mill. im Jahr 2000 auf 62 Mill. Euro im Jahr 2003 zu senken.

Im laufenden Jahr soll der Schuldenabbau weitergehen. Zwar fiel der Umsatz in den ersten vier Monaten um 4 Prozent auf 467 Mill. Euro, das Vorsteuerergebnis schnellte aber 78,9 Prozent auf 12,7 Mill. Euro in die Höhe. Für 2004 erwartet Duffner ein deutliches Ergebnisplus. Zum Umsatz wollte er sich nicht äußern.

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