Feinchemiekonzern schreibt im Quartal wieder schwarze Zahlen
Clariant will die Schulden schneller als geplant loswerden

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Nettogewinn von 72 Mill. Schweizer Franken (46,5 Mill. Euro) erwirtschaftet. Im ersten Quartal 2003 hatte noch ein Verlust von 8 Mill. sfr in den Büchern gestanden.

oli ZÜRICH. Inzwischen sind einige Geschäftseinheiten verkauft worden. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz im ersten Quartal in lokalen Währungen um 6 % auf 2,21 Mrd. sfr . Alle Geschäftsbereiche haben nach Unternehmensangaben zulegen können. Clariant stellt Chemikalien zur Veredelung von Textilien, Leder, Papier und anderen Stoffen her.

Das Unternehmen ist aber auch im Pharmabereich und in der Herstellung von Elektronikchemikalien engagiert – einem Geschäft, von dem sich Clariant trennen will. Allerdings haben die Schweizer gerade erfolgreich eine Kapitalerhöhung von 920 Mill. sfr über die Bühne gebracht. Deswegen stehe das Verkaufsprogramm nicht unter Zeitdruck, sagte Konzernchef Roland Lösser. Details zu den Verkäufen, mit denen Clariant 1,5 Mrd. sfr einnehmen will, sollen in diesem Halbjahr bekannt gegeben werden.

Clariant konnte seinen Betriebsgewinn um rund 60 % auf 167 Mill. sfr steigern. Die Verbesserung zeigt sich auch in der operativen Marge, die von 5,1 % auf 7,6 % gestiegen ist. Zum so genannten „Transformationsprogramm“, das die Verbesserung beim Ergebnis bringen soll, gehört auch das Streichen von 4 000 Arbeitsplätzen. Zwei Standorte, darunter der im deutschen Knappsack, werden geschlossen.

Das Unternehmen sah sich insbesondere wegen seiner hohen Schulden zu diesen Maßnahmen gezwungen. Sie betragen derzeit 2,9 Mrd. sfr und sollen bereits bis Ende des Jahres auf 1,5 Mrd. sfr sinken. Clariant steht mit seinem Versuch, wieder auf die Beine zu kommen, nicht allein: Auch die Schweizer Lonza hat das einst gepriesene Geschäft mit der Pharmaindustrie in Nöte gebracht hat. Und die deutsche Degussa

entschied sich, die Feinchemie so stark abzuwerten, als würde sie in Zukunft überhaupt nichts mehr abwerfen.

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