Fiat und Chrysler
Italienisch-amerikanische Autohochzeit ist perfekt

Der italienische Autobauer Fiat übernimmt die Mehrheit bei Chrysler. Die amerikanische Regierung verkauft ihr Aktienpaket an dem US-Autohersteller an Fiat - und zahlt dafür letztlich einen hohen Preis.
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Washington/DetroitFiat ist bei Chrysler am Ziel. Der italienische Autobauer kann die verbliebene sechsprozentige Beteiligung der US-Regierung an Chrysler übernehmen. Das US-Finanzministerium und der italienische Automobilkonzern teilten in Washington mit, sich mit Fiat auf eine Zahlung von 500 Millionen Dollar für die mehr als 98.000 Aktien geeinigt zu haben. Fiat übernimmt auch die Option der Regierung, Aktien im Besitz eines Fonds der US-Gewerkschaft UAW zu kaufen. Das Finanzministerium erhält dafür 60 Millionen Dollar, die kanadische Regierung 15 Millionen Dollar. Sobald die Transaktion abgeschlossen ist, ist der Staat dem Ministerium zufolge vollständig bei Chrysler ausgestiegen.

Beobachter gingen davon aus, dass US-Präsident Barack Obama den Verkauf am (heutigen) Freitag beim Besuch eines Chrylser-Werks in Toledo bekannt geben wird.

Fiat hatte Ende Mai angekündigt, eine Option zum Kauf der Staatsbeteiligung ausüben und damit nach der Mehrheit an Chrysler zu greifen. Mit dem Schritt steigt Fiats Anteil an Chrysler auf 52 von 46 Prozent. Chrysler war einst vor der Regierung mit Staatshilfen gerettet worden, nachdem ein Absatzeinbruch im Zuge der Weltwirtschaftskrise die US-Autoindustrie an den Rand des Abgrunds brachte.

Weitere 75 Millionen Dollar (50,6 Millionen Euro) will Fiat für das Recht bezahlen, Aktien von einem Pensionsfonds für ehemalige Mitarbeiter der Automobilindustrie erwerben zu dürfen. 60 Millionen Dollar (40,5 Millionen Euro) gehen an die US-Regierung, 15 Millionen Dollar (10,1 Millionen Dollar) fließen nach Kanada.

Für den US-Steuerzahler ist die Rettungsaktion ein Verlustgeschäft. Die Regierung investierte 12,5 Milliarden Dollar in Chrysler - und bekommt lediglich rund 11,2 Milliarden Dollar zurück. Die US-Regierung hatte Hunderte Milliarden Dollar sogenannter TARP-Hilfen bereitgestellt, um Unternehmen in der Wirtschaftskrise vor dem Untergang zu retten.

Fiat war in der Wirtschaftskrise ebenfalls als Retter eingesprungen und hatte zudem mit den USA vereinbart, nach und nach die Mehrheit an Chrysler zu übernehmen. Fiat erwägt zudem, Chrysler wieder an die Börse zu bringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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