Finanzinvestor Cerberus
Höllenhund hält doch noch an Chrysler fest

Nein, nein und nochmals nein. Cerberus hat Berichte dementiert, nach denen der Finanzinvestor seine Anteile beim US-Autobauer Chrysler und dem Finanzunternehmen GMAC reduziert habe.

HB NEW YORK. Es hatte so gut gepasst: Der Absatz am US-Automarkt ist rückläufig, die Finanzkrise drückt und der Autobauer Chrysler kommt nicht recht vom Fleck. So gesehen sprach viel dafür, dass sich Cerberus Capital Management wie von der Financial Times berichtet tatsächlich im großen Stil von seinen Anteilen bei Chrysler und dem Finanzunternehmen GMAC getrennt haben könnte. Hat der Finanzinvestor aber nach eigenen Angaben nicht.

Die Beteiligungen seien seit ihrem Kauf weder reduziert noch verändert worden, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Cerberus habe weiterhin die Stimmrechtskontrolle bei beiden Investments. Erst im Mai 2007 war Cerberus mit 5,5 Milliarden Euro bei Chrysler eingestiegen und hatte mit 80,1 Prozent der Anteile die Mehrheit an dem Autobauer übernommen. Daimler hält noch knapp 20 Prozent an Chrysler.

Die Engagements in Chrysler, Auburn Hills (Michigan), und GMAC Financial Services, Detroit, zählen zu den größten fremdfinanzierten Übernahmen während der Hochzeit der so genannten „leveraged buy-outs“. Cerberus führte die Investorengruppe an, die 51 Prozent der GMAC-Anteile von der General Motors Corp erworben hatte.

Ein wesentlicher Grund für die Spekulationen über Cerberus ist die Entwicklung auf dem US-Automarkt. Dieser leidet zurzeit unter dem unter dem schlimmsten Absatzeinbruch seit Jahrzehnten. Und nach einer Besserung sieht es derzeit nicht aus. Eine Kombination aus Immobilienkrise, verschärften Kreditbedingungen und steigenden Benzinkosten hält immer mehr US-Konsumenten vom Autokauf ab. Branchenvertreter rechnen damit, dass in diesem Jahr eine Million weniger Fahrzeuge verkauft werden könnten als 2007.

Besonders hart trifft es dabei Chrysler: Der Absatz soll seit Jahresbeginn um 18 Prozent eingebrochen sein - und dann legten Streiks auch noch Fabriken lahm. Weiteres Problem: Chrysler hat seine Kosten nicht im Griff. Um der Krise Herr zu werden, hatte der mit Milliardenverlusten kämpfende Autobauer erst im November 2007 angekündigt, mehr als 11nbsp;000 Arbeitsplätze abzubauen. Und im Sommer wird gar das gesamte Unternehmen für zwei Wochen stillgelegt, um Kosten zu sparen.

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