Firmen wollen sich durch Spartenverkäufe entschulden
Der Umbau in der Branche geht weiter

Eine Nachricht aus der Chemieindustrie jagt die nächste. Wenige Wochen nachdem der Leverkusener Bayer-Konzern die Abspaltung seines Chemie-Geschäfts ankündigte, zeichnet sich jetzt die Übernahme der Kronberger Celanese AG durch den US-Finanzinvestor Blackstone ab. Doch während Bayer-Chef Werner Wenning versuchen will, die Chemie-Sparte des Konzerns samt hoher Schulden an die Börse zu bringen, dürfte Celaneses neuer Investor den entgegengesetzten Weg im Auge haben. Sofern es Blackstone gelingt, 95 % der Celanese-Anteile zu übernehmen, erwägt der Beteiliger, Celanese von der Börse zu nehmen.

FRANKFURT/M. Angesichts der enttäuschenden Kursentwicklung vieler Chemietitel in den vergangenen Monaten und Jahren mehren sich die Stimmen, die kleinere Chemieunternehmen zumindest für eine Übergangsphase in den Händen von privaten Kapitalgebern besser aufgehoben sehen.

Besonders in den USA sind die Bewertungen von Spezialchemieunternehmen in den vergangenen Jahren in den Keller gefallen, so dass sich die Börsenpräsenz für die Unternehmen kaum mehr lohnt. Auch als Imageträger taugt die Notierung nicht mehr, seitdem die Analysten kleinere Spieler kaum noch beobachten. Bei institutionellen Investoren sind nur noch Aktien größerer Chemiekonzerne gefragt, hat die Investmentbank Piper Jaffray festgestellt. Besonders Firmen mit Börsenbewertungen zwischen 1 Mrd. $ und 3 Mrd. $ drohten zu Übernahmekandidaten zu werden. Celanese verfügt über eine Marktkapitalisierung von 1,6 Mrd. Euro.

So war auch für Celanese-Chef Claudio Sonder die Finanzstärke des künftigen Geldgebers ausschlaggebend, die vorläufige Offerte zu unterstützen. Da Blackstone nach eigenen Angaben voll hinter der Strategie des Managements steht, wird die Übernahme Sonder zufolge Zukäufe ermöglichen, deren Finanzierung über die Börse bei der gegenwärtigen Bewertung von Chemietiteln nicht zu realisieren wäre.

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