Flieger bleiben am Boden
Pannen am Aeroflot-Hoffnungsträger „Superjet“

Am „Superjet 100“ sind technische Pannen entdeckt worden. Vier von Zehn Fliegern müssen am Boden bleiben. Die Vergangenheit des Hoffnungsträgers ist bereits düster. Bei einem Werbeflug starben 45 Menschen.
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MoskauWegen technischer Probleme muss die russische Fluggesellschaft Aeroflot vier ihrer zehn Superjets 100 vorübergehend am Boden lassen. In den ersten beiden Jahren seit Inbetriebnahme seien an jedem Modell diesen Typs Konstruktionsfehler festgestellt worden, teilte der Hersteller Suchoi am Dienstag mit. Demnach kann Aeroflot aber voraussichtlich Ende dieser Woche zwei der mit einem Flugverbot belegten Superjets wieder in seinen Dienst nehmen; die restlichen zwei vermutlich Ende des Monats.

Die Zeitung "Wedomosti" berichtete unter Berufung auf Kreise der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazia, die Probleme beim Superjet 100 beträfen das Fahrwerk. Die Behörde habe deshalb die vorübergehende Stilllegung einiger dieser Flieger von Aeroflot angeordnet. Die Wirtschaftszeitung "Kommersant" hatte vergangene Woche berichtet, dass 40 Prozent der bei der Flotte von Aeroflot registrierten Pannen auf das Konto des Superjets gingen.

Der Superjet 100 war die große Hoffnung der russischen Luftfahrtindustrie. Das Mittelstreckenflugzeug hat Platz für bis zu hundert Passagiere und kann Entfernungen zwischen 3200 und 4620 Kilometern zurücklegen. Der Flieger wurde entwickelt, um dem brasilianischen Konzern Embraer und dem kanadischen Unternehmen Bombardier Konkurrenz zu machen. Das erste Modell wurde im April 2011 ausgeliefert. Auf einem Demonstrationsflug in Indonesien, bei dem um mögliche Kunden geworben werden sollte, prallte im März 2012 ein Superjet 100 aufgrund eines Pilotenfehlers gegen einen Vulkan. 45 Insassen starben.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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