Förderungsumbau
Solar-Kürzung führt zu kurzfristigem Ansturm

Schnell mitnehmen, was noch zu holen ist: Derzeit führt die geplante Kürzung von Solar-Förderungen zu einem Ansturm auf Investitionen nach dem alten Subventionsmodell. Das führt zu Milliardenkosten für den Steuerzahler.
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HamburgDie Bundesregierung fürchtet offenbar, dass die geplante Kürzung der Solarförderung einen neuen Anlagen-Boom auslöst. So führe die angekündigte Reform der Zuschüsse derzeit in erheblichem Umfang zu „Vorzieheffekten“, weil Investoren möglichst viele Solaranlagen noch zu alten Konditionen ans Netz bringen wollten, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf ein internes Papier des Bundesumweltministeriums. Dieser Boom könne die Stromkunden in den nächsten 20 Jahren demnach rund neun Milliarden Euro zusätzlich kosten.

Bereits im vergangenen Dezember hatte es mit der letzten Kürzungsrunde einen ähnlichen Aufschwung gegeben. Dieser könne durch den aktuellen Boom noch „deutlich übertroffen werden“, heiße es in dem Papier.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Förderungsumbau: Solar-Kürzung führt zu kurzfristigem Ansturm"

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  • Die Grundlage des Solarstroms ist der Kaufzwang bzw. die Einspeisevergütung. Daß Solarstrom vom Erzeuger nicht abgekauft wird, oder zu einem geringeren Preis, ist gesetzlich verboten. Er muss von den Netzbetreibern gekauft werden, zu einem Grosshandelspreis der so überteuert ist, daß er dem Einzelhandelspreis nahekommt (24 Cent). An der Strombörse mag das momentan Auswirkungen haben auf die Preise der restlichen Erzeuger, aber später muss die Einspeisevergütung wieder durch höhere hereinkommen, es wird also insgesamt teuerer. Man darf nicht die Rechnung ohne den Wirt machen.

    Die Lösung des Ganzen sieht so aus:

    1. Ende der Subventionen für alle Energieformen, sofortiges und rückwirkendes Ende des EEG

    2. Ende der "Straf-" bzw. "Erziehungs-" bzw. "Öko"-Steuern, inkl. der Mineralölsteuer (ggf. Ersatz durch Maut unabhängig vom Fahrzeugtyp/antrieb)

    3. Ende der Diskriminierung der Kernenergie (Fukushima war keine "Katastrophe". Strahlenwerte sind nicht höher als bei uns im Erzgebirge, niemand kam zu schaden, Evakuierung war unnötig. Verwüstung und Tote gab es nur bei der NATURkatastrophe dort)

    Dann werden wir endlich sehen, was der Markt wirklich entscheidet. Solar und Windstrom sind nicht wertlos - sie haben einen gewissen Wert. Aber insbesondere wegen der Wind-/Sonnenabhängigkeit sind diese bei weitem nicht das wert was jetzt an Einspeisevergütung (garantiert auf die nächsten 20 Jahre) gezahlt wird.

  • "Dieser Boom könne die Stromkunden in den nächsten 20 Jahren demnach rund neun Milliarden Euro zusätzlich kosten". Aber was die Photovoltaik uns bringt wird verschwiegen. Wenn man die Preise an der Strombörse www.eex.com verfolgt stellt man fest, dass die Strompreise für Stundenkontrakte an Sonnentagen immer weiter fielen, je mehr Photovoltaik zugebaut wurde. Das hat Auswirkungen auf die langfristigen Kontrakte und wird uns Stromverbrauchern in Zukunft viel Geld sparen - je teurer die fossilen Energien werden, umso höher der Einspareffekt durch Sonnenstrom. Diese ständig genannten Milliardenkosten basieren auf Rechnungen, in denen wesentliche Faktoren bewusst ignoriert werden. Thomas Schaufler

  • Ich kann diesem Kommentar nur zustimmen. Wir reden von Kosten, die in keinem Verhältnis stehen zu den Kosten die verursacht werden durch den Braunkohleabbau, Atommüll, Atomtransporte, etc. Diese werden nur nie öffentlich vorgelegt, und schön verdeckt über die Steuern vom Bürger gezahlt. Würde man diese einrechnen in den ach so günstigen Atomstrom oder Braunkohlestrom, wir würden uns doch aehr wundern, wie teuer das ganze wäre. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleich. Im übrigen sind bei einem Thema der Energiewende, wo es darum geht, von den endlichen Ressourcen Öl, Kohle und Uran wegzukommen, die Kosten nur einer Seite der Argumentation. Schaut man sich die Bilder von Fokushima an, dürften eigentlich solche Disskussionen gar nicht mehr aufkommen. Und doch werden sie geführt. Wohlgemerkt von unserem Umweltminister. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Armes Deutschland!

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