Folgenschwere Restrukturierung
ABB droht Quartalsverlust

Markt-Überkapazitäten und hohe Rohstoffkosten machen ABB das Leben im Transformatoren-Geschäft schwer. Der Elektrotechnikkonzern will die Sparte nun restrukturieren.

HB ZÜRICH. ABB hat am Donnerstag eine Gewinnwarnung für das zweite Quartal 2005 abgegeben. Zudem musste der seit Jahresanfang tätige Konzernchef Fred Kindle das operative Margenziel für 2005 zurücknehmen und den Abbau von 1300 Arbeitsplätzen ankündigen. Kindle konnte nicht ausschliessen, dass das zweite Quartal mit einem Verlust zu Ende gehen wird. Für das ganze Jahr erwartet er aber weiterhin einen signifikanten Gewinn. An der Börse brachen die ABB-Aktien über sechs Prozent ein.

Bei einer Telefonkonferenz am Donnerstag sagte Kindle, Einzelheiten zum zweiten Vierteljahr könnten noch nicht genannt werden. „Ich kann aber nicht mit Garantie sagen, dass wir keinen Verlust machen werden“, so Kindle.

Der Umbau des Transformatoren-Geschäfts wird ABB den Angaben zufolge 240 Mill. Dollar kosten. Davon schlagen dieses Jahr 120 Mill. zu Buche. Zudem dürfte der Konzerngewinn durch die Verbuchung der Aktien für den Asbest-Trust zum Marktwert, durch Verluste bei nicht weiter geführten Aktivitäten und durch nicht Asbest-bezogene Klagekosten geschmälert werden.

Die Arbeitsplätze, die wegfallen sollen, machen rund zehn Prozent der Belegschaft des betroffenen Bereich aus. Es sei mit der Stilllegung einer kleineren Anzahl von Fabriken in Ländern mit hohem Kostenniveau zu rechnen. Welche Standorte genau betroffen sein werden, führt ABB nicht aus.

Trotz des Arbeitsplatzabbaus werden die Erträge sinken. ABB nahm das Margenziel für den Betriebsgewinn (EBIT) der Division Energietechnik im Jahr 2005 auf 6,8 bis 7,3 % zurück. Damit sinkt das Konzern-Margenziel für dieses Jahr auf 6,6 bis 7,1 %. Bisher wurden 7,7 % anvisiert. Früher einmal hatte ABB für die Energietechnik eine Marge von zen Prozent angepeilt. Dieses Ziel wurde aber schon früher zurückgenommen.

Auf die Division Automationstechnik hat das angekündigte Konsolidierungsprogramm laut ABB keine Auswirkungen. Dort lautet das EBIT-Margenziel 2005 weiterhin 10,7 %. Die bereits angekündigten Vorhaben, die Konzernkosten zu senken und die Performance der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten zu erhöhen, liegen im Zeitplan, so der Konzern.

Bis 2009 will ABB die EBIT-Marge im Transformatoren-Geschäft auf über acht Prozent steigern von unter vier Prozent im Jahr 2004.

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