Ford versus christliche Eiferer
Auch Schwule sollen Jaguar fahren

Als ob Ford nicht schon genug Probleme hätte: Die Verluste steigen, statt zu sinken; die Bonität nimmt weiter ab, und der Konzern muss sich gesund schrumpfen. Und dann gerät der zweitgrößte Autobauer der USA auch noch ins Visier christlicher Eiferer.

PORTLAND. Bei Ford ist jede Art von Diskriminierung tabu – dazu gehört auch die wegen sexueller Orientierung. Der Konzern sponsort Veranstaltungen für Homosexuelle, und Anzeigen für die Luxusmarken Jaguar, Volvo und Land Rover erscheinen in den Magazinen der Szene.

Der American Family Association (AFA) – einer in Tupelo/Mississippi beheimateten christlichen Kampfgruppe für Sitte und Moral – sind solche Bemühungen um eine soziale Randgruppe ein Dorn im Auge. Sie ruft zum Boykott gegen Ford-Produkte auf. Für die AFA und zahlreiche andere christliche Lobbygruppen kommt der Kampf gegen Homosexualität gleich hinter dem erbitterten Widerstand gegen die Abtreibung. Wer die Rechte von Schwulen anerkennt – ihnen etwa am Arbeitsplatz die gleichen Chancen gibt wie Heterosexuellen oder ihnen eine Heirat gestattet – verbreitet die Homosexualität, heißt es. Die rechten Christen predigen gegen ein angebliches Komplott von Schwulen und Lesben zur Unterwanderung von Familie, Sitte und Moral – und letztlich der gesamten Gesellschaft.

Vor zwei Wochen gab Ford der AFA nach: Der Konzern kündigte an, seine Werbung aus Homo-Magazinen wie „Out“, „Curve“ oder „Advocat“ abzuziehen. Begründet wurde das mit dem Sparzwang, in dem sich der Konzern zweifellos befindet.

AFA nahm prompt die Boykottdrohung zurück – und erwies Ford damit einen Bärendienst: Einflussreiche Publikationen kritisierten den Konzern als prinzipienlos, die Schwulenlobby ging auf die Barrikaden.

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