Französische Manager
Angriff auf Aktienoptionen

Frankreichs Topmanager geraten im Präsidentschaftswahlkampf unter Rechtfertigungsdruck gegenüber der Politik. Es geht um die Bezahlung der Vorstandschefs, die viele Franzosen für überhöht halten.

PARIS. In der konservativen Regierungspartei Union pour le Mouvement Populaire (UMP) formiert sich eine Bewegung, die Aktienoptionspläne für Manager gesetzlich begrenzen will. Die UMP-Initiative sieht als schärfste Maßnahme vor, dass Vorstandsmitglieder ihre Optionen während ihrer Amtszeit nicht ausüben dürfen. Alternativ dazu sei auch denkbar, dass die Manager zumindest einen Teil ihrer Optionen bis zum Ende ihrer Vorstandstätigkeit halten müssen. Über die Höhe dieses Anteils müsse der Aufsichts- beziehungsweise Verwaltungsrat des Unternehmens entscheiden.

Der noch nicht im Detail ausformulierte Gesetzesvorschlag findet in der UMP-Parlamentsfraktion viel Rückhalt. Mehr als 140 von insgesamt 354 Abgeordneten unterzeichneten das Vorhaben bis gestern und die Zahl der Unterstützer steigt weiter. Hintergrund der politischen Kampagne gegen Manager-Bezüge sind zwei konkrete Fälle. Zum einen handelt es sich um den früheren Chef des Baukonzerns Vinci: Antoine Zacharias soll sich Aktienoptionen im Wert von bis zu 250 Mill. Euro gesichert haben. Als dies Anfang Juni bekannt wurde, verlor Zacharias seinen Job. Viel Unmut hat sich zudem der frühere EADS-Co-Chef Noel Forgeard zugezogen, weil er aus seinen Aktienoptionen kurz vor Bekanntwerden der Lieferprobleme beim Airbus 380 Kapital schlug.

Forgeard und Zacharias haben die Volksseele zum Kochen gebracht – was im französischen Vorwahlkampf nicht unbemerkt bleibt. Nicolas Sarkozy, aller Voraussicht nach Spitzenkandidat der UMP für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr, schlachtet den Zorn auf die Wirtschaftselite des Landes schon jetzt für sich aus. In einer Rede in der südwestfranzösischen Stadt Agen Ende Juni beschimpfte er die Manager des Landes sogar als „Gauner“.

Bei den Adressaten kam das nicht gut an. Die Präsidentin des Arbeitgeberverbandes Medef, Laurence Parisot, sagte, sie bedauere die Äußerung Sarkozys. „Ich hoffe, dass das nicht wieder vorkommt, weder bei diesem noch einem anderen Kandidaten“, fügte Parisot hinzu.

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