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Fresenius: Der skurrilste Machtpoker Deutschlands

Es gibt nur einen Konzern, die gleich zweimal im Dax vertreten ist: Fresenius. Der Medizinkonzern und seine Tochterfirma Fresenius Medical Care (FMC) gehören zu dem besten, was Deutschland zu bieten hat. Dennoch herrscht zur Stunde auf der Hauptversammlung miese Stimmung. Denn es tobt einer der skurrilsten Streits in der deutschen Unternehmenslandschaft.

gie/HB BAD HOMBURG. Alles könnte so schön sein bei der Hauptversammlung von Fresenius: Der Medizinkonzern ist gerade in den Dax aufgestiegen und weist wie die Tochter FMC stabile Gewinne aus. Doch es gärt mehr denn je, weil Geld nicht alles ist. Machtstreben und Eitelkeit überschatten die Versammlung.

Es geht um Gabriele Kröner und Dieter Schenk. Gabriele Kröner ist die Tochter von Hans Kröner, dem Ehemann der Fresenius-Erbin Else Kröner und langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft. Bis kurz vor der Hauptversammlung 2008 war Frau Kröner eine von zwei Vorständen der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, die die Mehrheit an den Stammaktien des Fresenius-Konzerns hält.

Dieter Schenk ist der stellvertretende Aufsichtsratchef von Fresenius und der zu Fresenius gehörenden Fresenius Medical Care (FMC). Schenk ist im Nominierungsausschuss für den Aufsichtsrat, und zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Stiftung. Oder mit anderen Worten: Schenk herrscht als einziger Manager in Deutschland gleichzeitig über zwei Dax-Konzerne.

Der Streit zwischen den beiden eskaliert immer mehr. Kröner macht Schenk dafür verantwortlich, dass sie 2008 aus dem Aufsichtsrat von Fresenius geworfen wurde.

Konkret wirbt der Fresenius-Vorstand bei den Aktionären um die Zustimmung zu einer Verlängerung für eine mögliche Kapitalerhöhung um weitere fünf Jahre. Damit will Fresenius nach den jüngsten Zukäufen in Milliardenhöhe die Flexibilität für weiteres Wachstum erhalten. „Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung befürwortet den Antrag, da er dem Unternehmen die notwendige Flexibilität gibt, um auch in Zukunft weiter profitabel wachsen zu können“, hatte Schenk im März gesagt.

Die Stiftung will auch zukünftig die Mehrheit halten und war zuletzt mit rund 58 Prozent an Fresenius beteiligt, die wiederum 36 Prozent an dem Dialysekonzern Fresenius Medical Care hält. Die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung gehört mit einem Stiftungsvermögen von rund zwei Mrd. Euro zu den größten in Deutschland. Sie wurde 1983 von Else Kröner, der Ziehtochter des Firmengründers, ins Leben gerufen worden.

Bereits im Vorjahr waren die Mandatsvergabe für Rechtsberatung an die Münchener Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz, deren Partner Dieter Schenk ist, und die nicht erneute Nominierung von Gabriele Kröner, Mitglied der Gründerfamilie, für den Aufsichtsrat bestimmende Themen des Aktionärstreffens.

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