Für das Gesamtjahr erwartet der Traditionshersteller nun rote Zahlen
Digitalfotografie gängelt Leica

Leica leidet unter der digitalen Fotografie. Das Unternehmen hat nach einem schwachen zweiten Quartal seine Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Die Zahlen sind nun rot. Vorstands-Chef Hanns-Peter Cohn tritt zum Jahresende ab.

dpa FRANKFURT/MAIN. Leica rechnet nun für das Geschäftsjahr 2004/2005, das am 31. März endet, mit einem Minus. Ursprünglich hatte die Gesellschaft ein ausgeglichenes operatives Ergebnis angepeilt. Das wichtige Weihnachtsgeschäft werde nun entscheiden, in welchem Maße die Umsatz- und Ergebnisauswirkungen des zweiten Quartals abgemildert werden könnten, hieß es.

„Im letzten Quartal werden wir wieder kräftig zuschlagen“, sagte Cohn. Leica werde die Ausfälle des zweiten Quartals aber nicht ausgleichen können. Nach seinen Angaben lag der Umsatz um rund fünf Mill. Euro unter dem Vorjahreszeitraum, als Leica 27,8 Mill. Euro umsetzte.

Neuer Vorstandsvorsitzender des hessischen Traditionsunternehmens soll Ralf Coenen werden, der bislang im Vorstand die Ressorts Technik, Kooperationen sowie Vertrieb Asien verantwortet. Amtsinhaber Cohn wie auch Coenen beteuerten, dass der Wechsel nicht im Zusammenhang mit der Gewinnwarnung stehe. „Der Wechsel ist von langer Hand vorbereitet“, sagten die beiden Manager. Cohn kehrt nach sechs Jahren an der Spitze von Leica zum Schweizer Möbelhersteller Vitra zurück und übernimmt dort die Führung.

Der Vorstandswechsel bedeutet nach den Worten von Coenen keine Abkehr von der bisherigen Strategie. „Ich werde konsequent die Dinge weitermachen, die wir angefangen haben“, sagte er. Dem Unternehmen mit Sitz in Solms macht vor allem die digitale Fotografie zu schaffen, deren Marktanteil explosionsartig wächst. Coenen sieht allerdings weiterhin Platz für die zumeist analogen Leica-Produkte. Dies habe sich bei der diesjährigen Photokina gezeigt, wo verstärkt jüngere Messebesucher den Stand von Leica besucht hätten.

Ungeachtet der Ergebniskorrektur plant Leica keine Ausweitung des laufenden Sparprogramms. An seinem Stammsitz in Solms hat die Gesellschaft 105 Stellen abgebaut. „Weitere Kündigungen darüber hinaus sind nicht geplant“, sagte Coenen.

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