Furcht vor starkem Dollar
Maschinenbauer IWKA im Plan

Der Karlsruher Anlagenbauer IWKA fürchtet sich vor einer dauerhaften Schwäche des Dollars und weiter steigenden Stahl- und Energiepreisen. Die Umsätze stagnierten in den ersten neun Monaten 2004 während der operative Gewinn gestiegen ist. Diesen Trend will der Konzern bis zum Jahresende fortsetzen.

HB STUTTGART. Konzernweit sei das operative Ergebnis trotz stagnierender Umsätze in den ersten neun Monaten des Jahres kräftig gestiegen, teilte der Anlagenbauer am Dienstag in Karlsruhe mit. Der Trend werde sich bis zum Jahresende fortsetzen. Von Januar bis September wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 12,0 % auf 46,8 Mill. €. Analysten hatten mit einem etwas stärkeren Zuwachs auf 47,5 Mill. € gerechnet. Der Gewinn nach Steuern kletterte im Vorjahresvergleich auf 11,4 (8,1) Mill. €. Der Konzernumsatz trat mit 1,59 Mrd. € auf der Stelle, der Auftragseingang nahm dagegen um fünf Prozent auf 1,87 Mrd. € zu. Die im MDax notierte Aktie rückte um 0,8 % auf 20,09 € vor.

„IWKA liegt auch nach dem dritten Quartal im Plan“, schrieb der Vorstand im Quartalsbericht. Zunehmende Risiken lägen jedoch im schwächeren Kurs des US-Dollar und den steigenden Stahl- und Energiepreisen. IWKA bekräftigte dennoch seine Erwartungen: Der Auftragseingang soll 2004 über dem Vorjahresniveau von 2,30 Mrd. € liegen, der Konzernumsatz in der Größenordnung der 2003 erwirtschafteten 2,29 Mrd. € verharren, das Ebit werde sich weiter verbessern. Im vergangenen Jahr hatte der operative Gewinn bei 81,1 Mill. € gelegen.

Die im Sommer neu formierten Geschäftsbereiche entwickelten sich im dritten Quartal unterschiedlich. Große Aufträge für den Opel Corsa und für den Ford Galaxy kamen der Sparte Automobiltechnik zu Gute, in der IWKA Anlagen für den Karosserieanlagenbau und Produktionsanlagen für Motoren und Getriebe zusammengefasst hat. Dagegen habe der Roboterbau unter dem Margendruck und der Zurückhaltung der Autohersteller gelitten. „Derzeit werden gerade in der Automobilindustrie Investitionen in neue Produktionsanlagen gestreckt“, hieß es. Auch für das Gesamtjahr würden ein schwächerer Auftragseingang und ein rückläufiges Ergebnis erwartet. Das Ergebnis der Roboter-Sparte vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) schrumpfte im Quartal auf 1,4 (12,8) Mill. € zusammen.

Die Verpackungstechnik, die vor allem die Pharma- und die Nahrungsmittel-Industrie beliefert, kehrte im dritten Quartal mit einem Ebita von 4,5 (minus 0,8) Mill. € bei stabilen Umsätzen in die Gewinnzone zurück. Den IWKA-Vorstand dürfte die Entwicklung in seiner Ablehnung einer Strategie bestätigen, die den Konzern nur auf den Roboterbau beschränken will. IWKA-Chef Hans Fahr will die Verpackungssparte zu einem zweiten Standbein ausbauen, zumal auch dort Roboter auf dem Vormarsch seien.

Der streitbare US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte, der mit 6,5 % zu den Großaktionären gehört, fordert eine radikale Neuausrichtung des Konzerns. Auch der britische Hermes-Pensionsfonds (sieben Prozent) drängt auf einen raschen Umbau. Zuletzt war die britische Schroders mit mehr als fünf Prozent eingestiegen, während der US-Investor Capital Group seine Beteiligung wieder auf unter fünf Prozent abbaute. Beide haben sich bisher nicht zur Unternehmensstrategie geäußert. 4,8 % hatte zuletzt der vorstandskritische Threadneedle-Fonds.

Vorstandschef Hans Fahr hat auf die Kritik mit dem Beginn des schrittweisen Verkauf der defizitären Prozesstechnik-Sparte und anderer Randbereiche reagiert. Im Oktober sei die US-Firma Inex (10,8 Mill. Dollar Umsatz) verkauft worden, teilte IWKA mit. Insgesamt stehen Firmen mit rund 350 Mill. € Umsatz zur Disposition, 23 Mill. € hat IWKA bisher abgegeben.

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