Fusion
Porsche VW: Die Familien sind nicht allein

Porsche und Volkswagen wollen zu einem Autokonzern verschmelzen. Aber die Fusion werden die Eignerfamilien Porsche und Piëch wohl nicht unter sich ausmachen können. Das Land Niedersachsen und Vertreter der Beschäftigten wollen mehr als nur ein Wörtchen mitreden - und Porsche-Chef Wiedeking verliert einen treuen Verbündeten. Porsche soll indes eine Kapitalerhöhung anpeilen.

STUTTGART Bei dem geplanten Zusammenschluss der beiden Automobilhersteller Volkswagen und Porsche wollen der Großaktionär Niedersachsen und die Vertreter der Arbeitnehmerseite mitreden. "Wer immer etwas von Volkswagen will, der kommt an den Belegschaften nicht vorbei", sagte der VW-Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh der Tageszeitung "Die Welt". Aus der Staatskanzlei in Hannover hieß es, Niedersachsen erwarte, dass die Porsche- Eignerfamilien Porsche und Piëch sich mit dem Land über die künftige Eigentümerstruktur beraten.

Porsche-Betriebsratsvorsitzender Uwe Hück hat die Ausdehnung des VW-Gesetzes auf Porsche gefordert. "Ich kämpfe dafür, dass das VW-Gesetz auch bei Porsche gilt. Denn ich habe festgestellt, nur durch das VW-Gesetz kann ich meine Leute schützen, nicht mehr allein durch das Kapital", sagte Hück nach Angaben des TV-Senders N24.

Die Familien Porsche und Piëch hatten am Mittwoch beschlossen, von der geplanten Übernahme von VW Abstand zu nehmen und stattdessen einen integrierten Automobilkonzern zu schaffen. Unter einem Dach sollen die dann zehn Marken des Konzerns eigenständig bleiben. Porsche hält derzeit knapp 51 Prozent an VW, das Land Niedersachsen verfügt mit seinen rund 20 Prozent über eine Sperrminorität bei den Wolfsburgern. Der Stuttgarter Sportwagenbauer wird vollständig von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert.

Porsche peilt indes offenbar noch in diesem Jahr eine Erhöhung seines Kapitals an. Mit einer Geldspritze von bis zu fünf Milliarden Euro sollen die Schulden des Sportwagenbauers abgebaut werden, hieß es in Stuttgart in Kreisen. Geld zuschießen sollen den Plänen zufolge die Stamm- und die Vorzugsaktionäre. Ein Einstieg neuer Investoren sei dagegen vorerst nicht geplant. Dies könne aber möglicherweise noch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, hieß es. Porsche hält derzeit knapp 51 Prozent an VW und strebte die Marke von 75 Prozent an - hatte sich jedoch bei Aktienkäufen finanziell übernommen und einen Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro angehäuft.

Porsche-Betriebsrat Hück sagte mit Blick auf die anstehende Fusion: "Wichtig ist jetzt, dass die Arbeitnehmerrechte geschützt, ja sogar erweitert werden. Wir brauchen das VW-Gesetz, um Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Das Kapital allein schützt uns nicht mehr." Wer an der Spitze des künftigen Großkonzerns stehen könnte, dazu wollte Hück keine Aussage treffen. "Ich konzentriere mich auf die Belegschaft, die Vorstände sind für mich zweitrangig", sagte er.

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