Gaslieferungen
Gazprom schließt Exportvertrag mit Wintershall bis zum Jahr 2043

In den kommenden 35 Jahren wird Gazprom rund 500 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Deutschland exportieren. Durch die Vereinbarung steige die deutsche Abhängigkeit vom russischen Staatskonzern , sagen Kritiker. Doch Gazprom-Chef Miller sieht das anders.

DÜSSELDORF. Gazprom setzt in der Diskussion um die Gaslieferbeziehungen zwischen Russland und Deutschland ein Zeichen: Der größte Gaskonzern der Welt verlängerte jetzt seinen größten Liefervertrag mit einem Import-Joint-Venture, das neben der BASF-Tochter Wintershall auch Gazprom selbst gehört, um 13 Jahre bis 2043. In diesem Zeitraum will der Konzern 500 Milliarden Kubikmeter Gas liefern, um es in Europa, schwerpunktmäßig in Deutschland, zu verkaufen. Die jährlich gelieferte Menge würde ausreichen, um rund ein Siebtel des deutschen Gasverbrauchs zu decken.

Der russische Gaslieferant kämpft in Europa gegen Vorbehalte. Politiker und Verbraucherschützer warnen vor einer zu großen Abhängigkeit von dem mächtigen Konzern. Streitigkeiten Russlands mit den Nachbarstaaten Ukraine und Weißrussland, wodurch kurzzeitig die Lieferungen nach Westen gedrosselt wurden, haben Zweifel an der Verlässlichkeit geweckt. Verstärkt wurden die Sorgen vor einer zu großen Abhängigkeit durch den dramatisch gestiegenen Ölpreis, der auch den Gaspreis mit nach oben zieht.

Branchenexperten fordern deshalb, die Bezugsquellen weiter zu streuen. Zur Zeit deckt Deutschland 34 Prozent seines Bedarfs aus russischen Quellen. Zweitgrößter Lieferant ist Norwegen mit 26 Prozent. Die EU insgesamt erhält 44 Prozent des Erdgases aus Russland.

Gazprom-Chef Alexej Miller maß dem neuen Vertrag selbst "eine symbolische Bedeutung" bei. Gestern feierte er gemeinsam mit Vertretern der deutschen Gaswirtschaft die Aufnahme der Lieferungen nach Deutschland vor 35 Jahren.

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