General Electric
Siemens Konkurrent verbucht massive Verluste

Der Konzern hat Siemens im Übernahmekampf um die französische Firma Alstom ausgestochen. Doch auch General Electric muss im Konkurrenzkampf massiv umbauen. Das hinterlässt Spuren, ermöglicht aber auch die Neuausrichtung.
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New YorkLicht und Schatten beim Siemens -Rivalen General Electric : Der Gewinn des US-Riesen im Industriegeschäft kletterte im vergangenen Quartal dank des starken Absatzes von Turbinen, Triebwerken und zahlreicher Großaufträge um fast ein Zehntel auf 3,6 Milliarden Dollar, wie die Amerikaner am Freitag mitteilten. Der sukzessive Ausstieg aus dem Finanzgeschäft brockte GE allerdings wegen hoher Abschreibungen im Immobilien-Bereich einen Verlust von 13,6 Milliarden Dollar ein.

Der Industrieumsatz von GE stagnierte unterdessen in etwa bei 24,4 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Öl- und Gasausrüstung gab erwartungsgemäß nach, die Umsätze fielen um acht Prozent, der Gewinn um drei Prozent. Just auf dieses Geschäft setzt Siemens stark, verlagerte eigens dafür das Hauptquartier der Energietechniksparte nach Texas und kauft den US-Spezialisten Dresser-Rand für 7,6 Milliarden Dollar.

GE hatte in Aussicht gestellt, dass die Einnahmen in dem Geschäft im laufenden Jahr angesichts des niedrigeren Ölpreises um fünf Prozent zurückgehen werden. Analysten rechnen mit einem noch schlimmeren Einbruch. „Im Öl- und Gasgeschäft schlugen sie sich beim Umsatz noch ganz gut“, sagte Tim Ghriskey von der Vermögensverwaltung Solaris Asset Management. „Aber die Schwäche in dem Bereich könnte noch bevorstehen.“

Die operative Marge von GE stieg vor allem dank Einsparungen. Der Wert kletterte um gut einen Punkt auf 14,6 Prozent. Siemens ist von diesem Niveau ein gutes Stück entfernt. Die Münchner fürchten zudem die wachsende Übermacht der Amerikaner im Geschäft mit Gasturbinen. Zum einen ist Siemens hier technologisch ins Hintertreffen geraten, zum anderen steht GE weiter vor der Übernahme des französischen Alstom -Konzerns. Konzernchef Jeffrey Immelt erklärte, sein Haus sei weiter zuversichtlich, die Freigabe der Kartellbehörden zu bekommen. Im vergangenen Jahr hatte GE im Bietergefecht um die Alstom-Energiesparte Siemens ausgestochen. GE hat bis August Zeit, die Kartellwächter zu überzeugen.

Die Folgen der Finanzkrise machen GE derweil immer noch zu schaffen. Der Konzern stutzt seine Finanztochter GE Capital zusammen, um sich auf das traditionelle Geschäft mit Industrieausrüstungen zu konzentrieren. Vergangene Woche schlugen die Amerikaner einen Großteil ihres Immobilienportfolios an Finanzinvestoren los und nahmen dafür Sonderlasten von 16 Milliarden Dollar in Kauf.

Unter dem starken US-Dollar leiden unterdessen andere heimische Konkurrenten stärker. Der Mischkonzern Honeywell musste im ersten Quartal einen deutlichen Dämpfer bei den Einnahmen hinnehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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