General Motors
Opel fährt weiter in den roten Zahlen

Ein turbulentes Jahr endet für Opel erneut mit einem Millionenverlust. Doch an seinem Ziel, in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben, will Opel-Chef Neumann trotzdem festhalten - aus guten Gründen.

Düsseldorf813 Millionen Dollar Verlust im Jahr 2015, schrumpfender Marktanteil – das klingt nicht unbedingt nach einer Comeback-Story für General Motors in Europa. Und doch lässt sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann den Optimismus nicht nehmen. Dieses Jahr will er mit Opel wieder schwarze Zahlen schreiben. „Wir behalten die Gewinnschwelle fest im Visier. Das ist und bleibt zwar ein ambitioniertes Ziel, aber ohne Ehrgeiz gibt es keinen Fortschritt“, teilt Neumann seinen Mitarbeitern in einem Brief mit.

Denn auf den zweiten Blick gibt es gute Gründe für den Verlust: Da ist zum einen der Rückzug der Schwestermarke Chevrolet aus Europa, der sich negativ auf den Absatz auswirkt. Gerade im Niedrigpreis-Segment hat GM damit viele Kunden in Europa verloren. Für Opel ist der Rückzug dennoch ein Gewinn. Denn einen Preiskrieg mit der Schwestermarke wird es 2016 nicht mehr geben.

Da ist zum anderen der Rückzug aus Russland. Einem Markt, in den Opel-Chef Karl-Thomas Neumann große Hoffnungen gesetzt hatte – bis die Ukraine-Krise ausbrach und alle Ambitionen im Keim erstickte. Das Werk in Sankt Petersburg wurde im Frühjahr eingemottet, der Verkauf in Russland gestoppt.

Doch unterm Strich hat GM in Europa damit 23.000 Autos weniger verkauft, der Marktanteil ist auf 5,8 Prozent geschrumpft. Dabei können Opel und der britische Ableger Vauxhall gemeinsam das beste Verkaufsergebnis seit 2011 vorlegen. Der Absatz wuchs leicht auf 1,1 Millionen Autos. Das ist die gute Nachricht für Opel.

Die zweite gute Nachricht: Die Verluste haben sich erheblich reduziert. Im Vorjahr stand unterm Strich immerhin noch ein Verlust von 1,36 Milliarden Dollar. Auch die Kosten für Restrukturierungen sollten 2016 etwas kleiner ausfallen. Der Rückzug aus Russland und die Schließung des Bochumer Werks haben im abgelaufenen Geschäftsjahr mächtig auf die Bilanz gedrückt.

Die Rückkehr in die Gewinnzone sei ein Marathon, betont Hobbyläufer und Opel-Chef Karl-Thomas Neumann immer wieder. Damit das Rennen ein erfolgreiches Ende nimmt, will Opel zum Schlussspurt ansetzen. Auf dem Heimatmarkt hat das Jahr gut begonnen. Zuletzt stiegen die Absätze in Deutschland um 22 Prozent – auch dank des neuen Astra, der in der Kompaktklasse nur durch den VW Golf übertroffen wurde. Das Modell soll Opel im laufenden Jahr weiteren Rückenwind geben.

Immerhin kann man sich dabei auch auf die finanzielle Stärke des Mutterkonzerns verlassen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr steht für GM unterm Strich ein Rekordgewinn von 9,7 Milliarden Dollar. Besonders Geländewagen und Pick-up-Trucks verkaufen sich derzeit blendend in den USA. Gebremst wird das Ergebnis nur durch den starken Dollar. Dadurch sank der Umsatz um zwei Prozent auf 152,4 Milliarden Dollar. Allein im vierten Quartal fiel der Nettogewinn mit 6,3 Milliarden Dollar fast sechs Mal so hoch aus wie im Jahr zuvor. Auch deswegen ist man in Detroit geduldiger als in der Vergangenheit.

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