Generikaspezialist
FDA nimmt Mylan unter die Lupe

Der US-Generikaspezialist Mylan ist wegen möglicher Qualitätsprobleme ins Visier der US-Gesundheitsbehörde FDA geraten. Die Behörde untersucht derzeit, ob der Pharmakonzern Vorgaben nicht eingehalten hat. Der zuletzt stark gebeutelte Aktienkurs legte wieder zu.

HB BOSTON. Es werde nachgeforscht, ob der Arzneimittelhersteller Vorgaben nicht eingehalten habe, sagte ein FDA-Sprecher am Dienstag. Die Anschuldigungen würden sehr ernst genommen. Bisher gebe es noch keine Ergebnisse. Anderweitige Aussagen seien falsch. Zuvor hatte der weltweit drittgrößte Hersteller von Nachahmermedikamenten mitgeteilt, dass die FDA bei ihren Überprüfungen nur eine geringfügige Abweichung von den üblichen Vorgehensweisen in einer größeren Fertigungsstätte gefunden habe.

Medienberichte hatten den Verdacht von Verstößen gegen Qualitätsstandards aufkommen lassen. Die "Pittsburgh Post-Gazette" hatte am Wochenende unter Berufung auf ein internes Papier berichtet, Arbeiter im Mylan-Werk Morgantown im US-Bundesstaat West Virginia hätten Kontrollmaßnahmen übergangen, mit denen unter anderem die Sicherheit von verschreibungspflichtigen Medikamenten gewährleistet werden sollte.

Der Artikel versetzte Anleger in Unruhe: Am Montag war die Aktie des Unternehmens, das 2007 die Generikasparte des Darmstädter Merck-Konzerns übernommen hatte, mit einem Abschlag von 13 Prozent aus dem Handel gegangen. Am Dienstag legte die Mylan-Aktie nach der Stellungnahme des Generikaspezialisten zunächst mehr als zehn Prozent zu, gab jedoch später einen Teil der Gewinne wieder ab und notierte mit einem Plus von rund 2,5 Prozent.

Mylan erklärte am Dienstag, das Unternehmen habe die FDA am Wochenende wegen des Zeitungsberichts kontaktiert. Die FDA habe das Werk in Morgantown am Montag besucht. Alle Daten seien überprüft worden. Die Behörde habe nur eine kleinere Abweichung festgestellt und das Unternehmen habe in vollem Umfange Korrekturmaßnahmen eingeleitet. In einer E-Mail an Reuters hatte Mylan am Wochenende die Qualität seiner Medikamente verteidigt und Zweifel an den Schlussfolgerungen und den Quellen des Zeitungsartikels geäußert.

Mängel bei der Herstellung hatten zuletzt bei mehreren Herstellern von Generika in den USA Fragen nach der Sicherheit der Medikamente aufgeworfen. So hatte die FDA im vergangenen Jahr bei den Unternehmen Actavis, KV Pharmaceutical, Caraco Pharmaceutical Laboratories sowie bei der Novartis-Tochter Sandoz auf Produktionsmängel aufmerksam gemacht. Nachahmermedikamente stehen derzeit in den USA besonders im Blickpunkt der Öffentlichkeit, da sie für die Regierung bei ihrem Bestreben, die Kosten des Gesundheitssystems einzudämmen, eine wichtige Rolle spielen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%