Gericht berät Milliarden-Steuerforderung
Yukos-Schicksal soll sich heute entscheiden

Für den angeschlagenen Ölkonzern Yukos geht es am heutigen Montag ums Überleben. Denn das Moskauer Schiedsgericht hat am Freitag eine Entscheidung über umstrittenen Milliarden-Nachforderungen gegen den zweitgrößten Ölförderer des Landes auf heute vertagt.

mbr MOSKAU. Dabei entscheidet sich, ob das Unternehmen umgerechnet 2,84 Mrd. Euro Steuern und Strafen für das Jahr 2000 zahlen muss, wie eine Vorinstanz beschlossen hatte. Sollte das Gericht auf sofortiger Begleichung bestehen, müsste Yukos möglicherweise Insolvenz anmelden.

Der Ausgang des Verfahrens ist offen: Bisher hatten die Gerichte immer gegen Yukos entschieden und auch am Freitag wies die Justiz Anträge des Ölkonzerns zum Austausch der Richter zurück. Zugleich hatte Russlands Präsident Wladimir Putin überraschend am Donnerstag gesagt, die Regierung habe kein Interesse an einem Yukos-Bankrott.

Beobachter werten dies als Zeichen des Kremlchefs, zum Verhandeln über das Schicksal des Ölkonzerns bereit zu sein. Das Yukos-Management hatte zuvor angeboten, die Milliardenforderung zu begleichen, wenn dafür ein Zahlungsaufschub geboten werde. Zudem hatte es Verhandlungen angekündigt, die Mehrheitsaktionäre - die Menatep-Gruppe um den inhaftierten Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowskij - könnten ihren Yukos-Anteil zur Minderheit reduzieren und staatlichen Banken oder Energiekonzernen eine Yukos-Beteiligung einräumen. Menatep zeigte sich zudem bereit, Yukos milliardenschwere Garantien zur Deckung der Steuerschuld zu gewähren.

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