Gerichtsverhandlung
BMW sucht eine Lösung im Leiharbeits-Streit

Obwohl BMW gute Zahlen schreibt, hält der Autobauer bislang an seinem Leiharbeitsmodell fest: BMW beschäftigt derzeit rund 11.000 Leiharbeiter. Das könnte sich nun ändern - zumal BMW weltweit wieder kräftig einstellt.
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München / LeipzigBMW will sich im Streit um den Einsatz von Leiharbeitern mit dem Betriebsrat außerhalb von Gerichtssälen einigen. „Wir führen derzeit intensive und vertrauensvolle Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern“, sagte Personalvorstand Harald Krüger der „Automobilwoche“.

Die Arbeitnehmervertreter im Werk Leipzig hatten vor einigen Wochen ihre Zustimmung zum Einsatz von 1100 Leiharbeitern verweigert, beide Seiten trafen sich daraufhin vor Gericht wieder. In einer ersten Entscheidung Mitte Februar für 33 Arbeiter errang der Autobauer allerdings einen Teilerfolg. In anderen Verfahren gibt es jedoch noch keine Entscheidung.

Nach Angaben der IG Metall beschäftigt BMW deutschlandweit rund 11.000 Zeit- und Leiharbeiter, bei rund 70.000 Festangestellten. Damit liegen die Münchner deutlich vor Konkurrenten wie VW oder Daimler, wie die Gewerkschaft kritisiert. BMW sieht in der Leiharbeit ein wichtiges Instrument, das Unternehmen auch in Zeiten schwacher Nachfrage flexibel zu halten. Konkrete Zahlen nennt BMW selbst nicht.

Davon ist derzeit allerdings keine Rede. Seit einer tiefen Delle in der jüngsten Wirtschaftskrise sind die Bayern auf Rekordfahrt und stellen weltweit Personal ein. Im vergangenen Jahr waren es konzernweit rund 4000 neue Jobs.

„Ende vergangenen Jahres hat die BMW Group rund 100.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wir werden auch 2012 neue Mitarbeiter etwa in der Größenordnung des Vorjahres einstellen, insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Einkauf und Vertrieb“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer der „Automotive News Europe“.

Die deutschen Tarifangestellten können sich angesichts des Rekordjahrs 2011 wohl auch auf eine Rekordprämie freuen. Nach Daimler, Audi und VW dürften auch die Münchner demnächst eine hohe Erfolgsbeteiligung verkünden. Die Bilanz 2011 stellt Reithofer an diesem Dienstag vor.

BMW hatte 2011 seine Führungsrolle unter den deutschen Oberklasse-Herstellern vor Daimler und Audi untermauert. Unter dem Strich verdiente die Nobelmarke 4,9 Milliarden Euro - ein dickes Plus von 51,3 Prozent. Der Umsatz kletterte von 60,5 auf einen Bestwert von 68,8 Milliarden Euro. Für 2012 rechnet BMW mit weiterem Wachstum.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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